Erich-Loest-Archiv
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| Erich Loest | |
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| Villa Ida in Leipzig | |
| Erich-Loest-Archiv | |
| Lesung “Nikolaikirche” | |
“Die Sachen sollen in Leipzig bleiben”
Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land bewahrt den literarischen Vorlass von Erich Loest auf
Erich Loest zählt zu den herausragenden deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Engagement als leidenschaftlicher Demokrat und Bürger ist so unbestechlich wie streitbar.
Leben und Werk des 1926 in Mittweida geborenen Schriftstellers sind eng verbunden mit der Stadt Leipzig, deren Ehrenbürger er seit 1996 ist.
Der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig hat der Autor seinen einzigartigen literarischen Vorlass als Schenkung überlassen.
Mit diesem umfangreichen Fundus richtete die Stiftung das Erich-Loest-Archiv mit Sitz in der Villa Ida in Leipzig ein.
Das Archiv umfasst mehr als 100 Aktenordner mit Loests Manuskripten, Korrespondenz, Rezensionen, Fotos und zahlreichen persönlichen Erinnerungsstücken und kann zu Forschungszwecken kostenlos benutzt werden.
Aus dem Inhalt des Archivs:
- Korrespondenz mit Wolf Biermann, Günter Grass, Peter Härtling, Walter Janka, Walter Kempowski, Sarah Kirsch, Siegfried Lenz, Christa Wolf, Marcel Reich-Ranicki u.v.a.
- Manuskripte/Typoskripte: “Sommergewitter”, “Völkerschlachtdenkmal”, “Es geht seinen Gang”, “Prozesskosten”, “Durch die Erde ein Riss” u.v.a.
- Fotos, Audio-Aufnahmen von Festakten und Lesungen, Gemälde
- Aktenmaterial der Staatssicherheit
Die von der Stiftung geförderte Dokumentation “Wortmacht und Machtwort. Der politische Loest” von Autorin Regine Möbius stützt sich auf dieses kulturpolitisch und literarhistorisch bedeutsame Material.
“Wortmacht und Machtwort erschien im Juni 2009 im Leipziger Plöttner Verlag.
Kontakt Erich-Loest-Archiv Leipzig:
Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig
Menckestraße 27
04155 Leipzig
Telefon: 0341 – 562 96 61
Telefax: 0341 – 562 96 63
E-Mail: info (ät) kultur-und-umweltstiftung.de
Die Sachen sollen in Leipzig bleiben!
Dr. Erich Loest im Interview
Herr Dr. Loest, Sie vererben Ihren Nachlass schon jetzt, also als Vorlass, den Stiftungen der Sparkasse. Warum gerade der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land?
Die Sachen sollen in Leipzig bleiben! Mein Vorlass hätte natürlich auch gut nach Berlin gepasst, aber ich bin Leipziger Schriftsteller. Wenn sich später jemand um mich als Schriftsteller kümmern wird, dann hier.
Wie war das, seine schriftstellerische Arbeit aus mehreren Jahrzehnten Revue passieren zu lassen?
Sehr spannend. Ich stieß auf Sachen, die ich vergessen hatte, wie etwa Artikel aus dem Satiremagazin “Eulenspiegel”…
… auch Sachen, die Sie heute anders machen würden?
Klar denke ich mir manchmal, Du hättest da gründlicher und da fleißiger sein können. Aber ich stehe zu allem. Zum Glück gibt es im Leben eine Entwicklung.
Wenn Sie sich heute die sinkenden staatlichen Subventionen im Bereich der Kultur sehen – was bedeutet das für unsere Region?
Es ist ganz schrecklich. Bibliotheken werden kaputt gespart und dann geschlossen.
Und die Folge?
Leute, gerade schlechter verdienende, die darauf angewiesen sind, haben keinen Zugang mehr zum Buch. Kinder können nicht mehr an Bücher herangeführt werden. Dann gibt es nur noch diese flache Musik und Fernsehen. Die Verdummung nimmt immer mehr zu. Die Leute wollen lesen – man muss es Ihnen nur ermöglichen.
Was macht die Kultur in Leipzig und im Leipziger Land erhaltenswert?
Natürlich müssen die großen Institutionen Oper, Gewandhaus und Thomanerchor gehalten werden. Aber wenn die für kleinere Orte wichtigen kulturellen Dinge und Möglichkeiten aus Dummheit kaputt gehen, dann fehlt den Menschen ein Gefühl für die Region und die Geschichte.
Warum brauchen wir das?
Um sagen zu können: Hier bin ich, hier sind meine Wurzeln und hier bleibe ich. Ich habe schon so viel kaputt gehen sehen und es ist jedes Mal ein Stück Verlust.
Ein Stück Erhalt ist der für Sie eingerichtete Raum in der Villa Ida – dem Sitz der Sparkassen-Stiftungen. Wem sind Ihre Bücher und Skripte zugänglich?
Das Archiv soll für die ganze Stadt nutzbar sein. Ich hoffe, dass sich Journalisten und Germanisten damit beschäftigen und sie Gegenstände des Lebens werden.
Interview: Carsten Upadek














