Geschichtsstunde mit dem Freiherrn

Wertvolles Kulturgut der Familie von Friesen an Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse übergeben

von Thomas Mayer (Chefreporter a. D. der Leipziger Volkszeitung und 2. Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates)

Bettina Wallasch ist die engagierte Vorsitzende des Heimatvereins Rötha. Sie hat wertvolles Kulturgut zum Treff in der Villa Ida, dem Sitz der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, mitgebracht. Wallasch kommt, wie sie selbst sagt, „mit einem lachenden und weinenden
Auge“. Die Gemälde und Urkunden aus dem Besitz der Familie von Friesen, einem über die Jahrhunderte in der Kleinstadt südlich von Leipzig ansässigen Adelsgeschlechts, hatten bislang sie und ihr Verein in Verwahrung, wohl wissend, dass das keine sachgerechte Lösung auf Dauer sein kann.

Heinrich Freiherr von Friesen (Mitte) übergibt die beiden Gemälde seiner Vorfahren Marie Charlotte Freifrau von Friesen und Christian August Freiherr von Friesen an die Kultur- und Umweltstiftung. v.l.n.r.: Wolfgang Klinger (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung), Dr. Harald Langenfeld (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig und 1. stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender), Heinrich Freiherr von Friesen, Maximilian Graf Solms zu Laubach und Stephan Seeger (geschäftsführender Stiftungsvorstand und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig)

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09.03.2017


Pressemitteilung 06.12.2016: Ein neues kulturelles Highlight

Sparkassenstiftung fördert 1. Musikfest im NeuSeenLand

Leipzig/Zwenkau, der 6. Dezember 2016. Mit 10.000 Euro unterstützt die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig das „NeuSeenLand Musikfest“, das im kommenden Jahr vom 29. Juni bis 2. Juli erstmals ausgetragen wird. „Wir begrüßen die Initiative des Vereins ‚NeuSeenLand Musik‘ ausdrücklich, in Zwenkau ein kulturelles Highlight zu schaffen. Unsere Förderung gilt insbesondere den Familienangeboten, die das Musikfest am Sonntag beschließen“, erklärt Wolfgang Klinger, stellvertretender Vorstand der Sparkassenstiftung. Mehr dazu …

06.12.2016


Pressemitteilung 21.10.2016: 250 Jahre, unvergessen

Kommandant-Prendel-Orden beruft neue Mitglieder ins Ordenskapitel und ehrt damit ehrenamtliches Engagement ebenso wie den Leipziger Stadtkommandanten nach der Völkerschlacht

Leipzig, der 21. Oktober 2016. Das Ordenskapitel des 2015 von der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig ins Leben gerufenen Kommandant-Prendel-Ordens zählt seit dem gestrigen Donnerstag zwei weitere und damit 18 Mitglieder. In einer festlichen Veranstaltung im Offizierheim der General-Olbricht-Kaserne in Leipzig wurden der französische Napoleon-Experte Professor Alain Pigeard sowie Stephan Seeger, Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig, mit dem Kommandant-Prendel-Kreuz geehrt und damit zu persönlichen Mitgliedern des Ordens. Mit der undotierten Auszeichnung werden durch das Ordenskapitel Menschen gewürdigt, die sich seit mindestens 15 Jahren bemühen, die Erinnerung an die Leipziger Völkerschlacht im Jahr 1813 in der Region und darüber hinaus wachzuhalten. Darüber hinaus wurden drei weitere Menschen für ihr mindestens fünfjähriges ehrenamtliches Engagement zum Gedenken an die Völkerschlacht geehrt: Jürgen Hoffmann, seit 2000 Mitglied und seit 2007 Vorstandsmitglied des Verbandes Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig 1813, Dieter Eiserbeck, 1980 Gründungsmitglied des Interessenvereins Völkerschlacht bei Leipzig sowie heute ehrenamtlicher Museumsführer in Liebertwolkwitz, sowie Bettina Wallasch, Vorsitzende des Stadt- und Heimatvereins Rötha. Die Kommandant-Prendel-Medaille ist mit 500 Euro dotiert.

v.l.n.r.: Stephan Seeger (Ordenskreuzträger und Kanzler des Kommandant-Prendel-Ordens, Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig), Bettina Wallasch (Ordensmedaillenträgerin und Vorsitzende des Stadt- und Heimatvereins Rötha e. V.), Thorsten Schmidt (Ordenskreuzträger), Dieter Eiserbeck (Ordensmedaillenträger), Siegfried Meurer (Ordenskreuzträger), S.K.H. Franz Friedrich Prinz von Preußen, Jürgen Gentsch (Ordenskreuzträger), S.K.H. Georgi Michailowitsch Großfürst von Russland, Wolfgang Gerlach (Ordenskreuzträger), Prof. Dr. Dr. Alain Pigeard (Ordenskreuzträger), Martin Fiedler (Vize-Kanzler und Chef der Ordenskanzlei), Klaus Beckert (Ordenskreuzträger), Gert Pfeifer (Ordenskreuzträger), Elena Semenishcheva (Ordenskreuzträgerin), Alexsey Arschinov (Ordenskreuzträger), Jürgen Hoffmann (Ordensmedaillenträger), Bernd Baumbach (Ordenskreuzträger), Wolf-Dieter Schmidt (Ordenskreuzträger), Frank Hübler (Ordenskreuzträger) und Hans-Jürgen Donner (Ordenskreuzträger) Foto: Kultur- und Umweltstiftung / Volkmar Heinz (volkmar@heinz-report.de)

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21.10.2016


Pressemitteilung 02.09.2016: Neuer Gedenkstein für Opfer des Zweiten Weltkriegs

Sparkassenstiftung förderte Errichtung des Denkmals in Gnandstein, das am 3. September eingeweiht wird

Leipzig/Gnandstein, der 2. September 2016. In Erinnerung an die Opfer des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit wird am morgigen Samstag, 3. September 2016 in Gnandstein ein Denkmal feierlich eingeweiht, dessen Sanierung und Gestaltung durch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig mit 3.500 Euro gefördert wurde. „Gedenksteine sind nicht nur Orte persönlichen Gedenkens. Sie erinnern uns auch daran, dass Kriege immer auch Menschen betreffen, die weit weg von der Front leben, dass Leid und Schmerzen nicht auf die unmittelbaren Schlachtfelder begrenzt sind“, erklärt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig, die Unterstützung für das Projekt: „Insofern ist es besonders wichtig, dass durch das große Engagement der ‚Interessengemeinschaft Denkmal Gnandstein‘ zusätzlich zur Neuschaffung auch der bereits vorhandene Gedenkstein für die Opfer des Ersten Weltkriegs restauriert werden konnte.“

Kriegerdenkmal Gnandstein  (Interessengemeinschaft Kriegsgräberdenkmal Gnandstein e. V.)

Foto: Interessengemeinschaft Kriegsgräberdenkmal Gnandstein e. V.

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02.09.2016


Pressemitteilung 05.08.2016: Rötha: Digitales Schloss-Modell lenkt Aufmerksamkeit auf bedeutende, jahrhundertealte Bibliothek

Leipzig/Dresden, den 5.August.2016. Ein digitales 3D-Modell des Schlosses Rötha auf der Internetseite der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig lenkt seit heute die Aufmerksamkeit auf die „Freiherrlich von Friesen’sche Schloßbibliothek Rötha“. Die Präsentation ist Teil einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) sowie dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen. Diese sieht vor, dass die wohl noch existierenden etwa 4.000 Bände der einst über 10.000 Werke umfassenden Bibliothek aus dem Röthaer Schloss der Freiherren von Friesen, deren Bestand mit der Enteignung der Schlossherren 1945 und der Sprengung des Schlosses im Jahr 1969 in zahlreiche Teile zerlegt wurde, an einem Ort, vorläufig der SLUB, zusammengeführt werden. Mehr dazu …

05.08.2016



Stiftung

Die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land wurde im Jahre 2001 anlässlich des 175. Firmenjubiläums der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Natur und den kulturellen Reichtum im ehemaligen Landkreis Leipziger Land zu bewahren und zu fördern.

Finanzierung

Finanziert werden die Stiftungs-Projekte aus den Erträgen des Stiftungsvermögens sowie durch Zuwendungen und Spenden Dritter.

Struktur

Der Stiftungsrat ist das höchste Gremium der Stiftung. Der Stiftungsrat hat, entsprechend einem Aufsichtsrat bei Kapitalgesellschaften oder einem Verwaltungsrat bei einer Anstalt des öffentlichen Rechts, kontrollierende und beratende Funktion. Der Vorstand entscheidet über die Vergabe von Stiftungsmitteln im Rahmen der vom Stiftungsrat vorgegebenen Richtlinien.

Förderungen

Die Stiftung fördert Einzelprojekte in den Bereichen Kultur und Umwelt im ehemaligen Landkreis Leipziger Land. Bewerben können sich gemeinnützige Vereine, Schulen und Kommunen. Von der Förderung ausgeschlossen sind Projekte, die in erster Linie staatliche Aufgaben sind oder der Gemeinnützigkeit widersprechen.

Antragstellung

Förderanträge müssen folgendes enthalten:

  • Projektbeschreibung
  • Finanzierungsplan, der Eigen- und Drittmittel ausweist
  • Höhe des Förderbedarfs
  • Nachweis der Gemeinnützigkeit
  • Vereinssatzung

Anträge können bis zum 15. September eines jeden Jahres für das Folgejahr bei der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land eingereicht werden.

Sie können den beiliegenden Förderantrag nutzen:
PDF: Antrag auf Förderung
Word: Antrag auf Förderung

Die Stiftung erbittet zur Antragstellung die Nutzung dieser Formulare. Zum Ansehen bzw. Drucken benötigen Sie den Acrobat Reader von Adobe. Sollten Sie den Acrobat Reader nicht auf Ihrem PC installiert haben, können Sie ihn bei Adobe kostenlos herunterladen.

Anschrift der Stiftung

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Förderprojekte

Auf dieser Seite finden Sie Beispiele von Projekten und Veranstaltungen der Kultur- und Umweltstiftung.

Zusätzlich sind alle Projekte im Zusammenhang mit dem 200. Jahrestag der Völkerschlacht thematisch in einer gesonderten Rubrik Völkerschlacht zusammengefasst.

Sie finden in dieser Rubrik ebenso eine Auswahl der aktuell und bisher geförderten Projekte der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig. Diese sind nach Jahren geordnet.

Verlängerung_Lindenallee_Eythra_5 (Gunter Arndt)

Röthaer_Raben_Theaterprojekt_1 (IG Röthaer Stadtraben n. e.  V.)

Schlosspark_Benndorf_4 (Denis Brauße)

Patrouillenritt_2013_1 (LiebDorf-1813, frühere Ritte)

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Presse

Geschichtsstunde mit dem Freiherrn

Wertvolles Kulturgut der Familie von Friesen an Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse übergeben

von Thomas Mayer (Chefreporter a. D. der Leipziger Volkszeitung und 2. Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates)

Bettina Wallasch ist die engagierte Vorsitzende des Heimatvereins Rötha. Sie hat wertvolles Kulturgut zum Treff in der Villa Ida, dem Sitz der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, mitgebracht. Wallasch kommt, wie sie selbst sagt, „mit einem lachenden und weinenden
Auge“. Die Gemälde und Urkunden aus dem Besitz der Familie von Friesen, einem über die Jahrhunderte in der Kleinstadt südlich von Leipzig ansässigen Adelsgeschlechts, hatten bislang sie und ihr Verein in Verwahrung, wohl wissend, dass das keine sachgerechte Lösung auf Dauer sein kann.

Heinrich Freiherr von Friesen (Mitte) übergibt die beiden Gemälde seiner Vorfahren Marie Charlotte Freifrau von Friesen und Christian August Freiherr von Friesen an die Kultur- und Umweltstiftung. v.l.n.r.: Wolfgang Klinger (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung), Dr. Harald Langenfeld (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig und 1. stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender), Heinrich Freiherr von Friesen, Maximilian Graf Solms zu Laubach und Stephan Seeger (geschäftsführender Stiftungsvorstand und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig)

Nun hat sich Heinrich Freiherr von Friesen (81) entschieden, das wertvolle Familiengut, wie schon zuvor die Bibliothek, die es einst auf Schloss Rötha gab, der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse zu übereignen. Das geschieht stilvoll, fast in Form einer Geschichtsstunde. Der Freiherr kennt die Seinen. Da wäre sein Vorfahre Christian August Freiherr von Friesen, um 1710 in Öl gemalt wie seine Ehefrau Marie Charlotte. „Er war ein großer Militär und im 18. Jahrhundert in diversen Schlachten unterwegs. In Rötha muss er eher selten gewesen sein, was ihn freilich nicht davon abhielt, dafür zu sorgen, dass die beiden Kirchen der Stadt dank seiner Gönnerschaft mit Silbermannorgeln ausgestattet werden konnten. Der Meister besuchte selbst das Schloss“, weiß von Friesen jr.

v.l.n.r.: Stephan Seeger, Wolfgang Klinger, Gabriele Greiner (Vorstandsvorsitzende der Stiftung), Dr. Harald Langenfeld, Ursula Gräfin zu Solms-Laubach, Heinrich Freiherr von Friesen und Maximilian Graf zu Solms-Laubach

Er stellt die „Erhebungsurkunde“ seiner Vorfahren in den Reichsfreiherrenstand durch Kaiser Ferdinand III. aus dem Jahr 1653 vor, zeigt die Papst-Bulle von Sixtus IV. aus dem Jahr 1489, das Röthaer St.-Georgen-Stift betreffend, und spricht über den Kaufbrief fürs Rittergut Rötha von 1592. Als Faksimile beigegeben ist die Gründungsurkunde der Meissner Porzellanmanufaktur. An der Geburtsstunde des Unternehmens im Jahr 1710 auf der Albrechtsburg hatte mit Otto Heinrich Freiherr von Friesen ein Spross der Familie Anteil. Er war der Kanzler am Hofe August des Starken, wie von Friesen jr. interpretiert, „der Chef der Staatskanzlei“.

Der heutige Freiherr sieht einen weiteren Teil des Familienerbes in guten Händen. Als zehnjähriger Junge hatte er mit Eltern und Geschwistern im Oktober 1945 und mit nur sechs Gepäckstücken aus Rötha fliehen müssen. „Es schien ein Abschied für immer zu sein“, denkt er zurück. Schloss und Park verfielen in den bald folgenden DDR-Zeiten. Das 1668 im frühbarocken Stil fertiggestellte Schloss wurde 1969, also nach 300-jähriger Geschichte, gesprengt. Durch den barbarischen Akt ging viel verloren, vor allem kulturelle Identität, die in den vergangenen Jahren durch vielerlei Initiativen auch seitens der Kultur- und Umweltstiftung eine Renaissance erlebt. Sparkassenchef Harald Langenfeld dankte von Friesen fürs Vertrauen: „Sie wissen ja, Stiftungen sind für die Ewigkeit angelegt.“

Der Artikel erschien in der Leipziger Volkszeitung vom 28. Februar 2017 (Seite 15).

Alle Fotos: Kultur- und Umweltstiftung/Volkmar Heinz

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„Die Sachen sollen in Leipzig bleiben“

Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land bewahrt den literarischen Vorlass von Erich Loest auf

Erich Loest zählt zu den herausragenden deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Engagement als leidenschaftlicher Demokrat und Bürger ist so unbestechlich wie streitbar.

Leben und Werk des 1926 in Mittweida geborenen Schriftstellers sind eng verbunden mit der Stadt Leipzig, deren Ehrenbürger er seit 1996 ist.

Der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig hat der Autor seinen einzigartigen literarischen Vorlass als Schenkung überlassen.

Mit diesem umfangreichen Fundus richtete die Stiftung das Erich-Loest-Archiv mit Sitz in der Villa Ida in Leipzig ein.

Das Archiv umfasst mehr als 100 Aktenordner mit Loests Manuskripten, Korrespondenz, Rezensionen, Fotos und zahlreichen persönlichen Erinnerungsstücken und kann zu Forschungszwecken kostenlos benutzt werden.

Aus dem Inhalt des Archivs:

  • Korrespondenz mit Wolf Biermann, Günter Grass, Peter Härtling, Walter Janka, Walter Kempowski, Sarah Kirsch, Siegfried Lenz, Christa Wolf, Marcel Reich-Ranicki u. v. a.
  • Manuskripte/Typoskripte: „Sommergewitter“, „Völkerschlachtdenkmal“, „Es geht seinen Gang“, „Prozesskosten“, „Durch die Erde ein Riss“ u. v. a.
  • Fotos, Audio-Aufnahmen von Festakten und Lesungen, Gemälde
  • Aktenmaterial der Staatssicherheit

Die von der Stiftung geförderte Dokumentation „Wortmacht und Machtwort. Der politische Loest“ von Autorin Regine Möbius stützt sich auf dieses kulturpolitisch und literarhistorisch bedeutsame Material. „Wortmacht und Machtwort“ erschien im Juni 2009 im Leipziger Plöttner Verlag.

Kontakt Erich-Loest-Archiv Leipzig:

Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig
Menckestraße 27
04155 Leipzig

Telefon: 0341 – 562 96 61
Telefax: 0341 – 562 96 63
E-Mail: info (ät) kultur-und-umweltstiftung.de

 

Die Sachen sollen in Leipzig bleiben!
Dr. Erich Loest im Interview

Herr Dr. Loest, Sie vererben Ihren Nachlass schon jetzt, also als Vorlass, den Stiftungen der Sparkasse. Warum gerade der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land?

Die Sachen sollen in Leipzig bleiben! Mein Vorlass hätte natürlich auch gut nach Berlin gepasst, aber ich bin Leipziger Schriftsteller. Wenn sich später jemand um mich als Schriftsteller kümmern wird, dann hier.

Wie war das, seine schriftstellerische Arbeit aus mehreren Jahrzehnten Revue passieren zu lassen?

Sehr spannend. Ich stieß auf Sachen, die ich vergessen hatte, wie etwa Artikel aus dem Satiremagazin „Eulenspiegel“…

… auch Sachen, die Sie heute anders machen würden?

Klar denke ich mir manchmal, Du hättest da gründlicher und da fleißiger sein können. Aber ich stehe zu allem. Zum Glück gibt es im Leben eine Entwicklung.

Wenn Sie sich heute die sinkenden staatlichen Subventionen im Bereich der Kultur sehen – was bedeutet das für unsere Region?

Es ist ganz schrecklich. Bibliotheken werden kaputt gespart und dann geschlossen.

Und die Folge?

Leute, gerade schlechter verdienende, die darauf angewiesen sind, haben keinen Zugang mehr zum Buch. Kinder können nicht mehr an Bücher herangeführt werden. Dann gibt es nur noch diese flache Musik und Fernsehen. Die Verdummung nimmt immer mehr zu. Die Leute wollen lesen – man muss es Ihnen nur ermöglichen.

Was macht die Kultur in Leipzig und im Leipziger Land erhaltenswert?

Natürlich müssen die großen Institutionen Oper, Gewandhaus und Thomanerchor gehalten werden. Aber wenn die für kleinere Orte wichtigen kulturellen Dinge und Möglichkeiten aus Dummheit kaputt gehen, dann fehlt den Menschen ein Gefühl für die Region und die Geschichte.

Warum brauchen wir das?

Um sagen zu können: Hier bin ich, hier sind meine Wurzeln und hier bleibe ich. Ich habe schon so viel kaputt gehen sehen und es ist jedes Mal ein Stück Verlust.

Ein Stück Erhalt ist der für Sie eingerichtete Raum in der Villa Ida – dem Sitz der Sparkassen-Stiftungen. Wem sind Ihre Bücher und Skripte zugänglich?

Das Archiv soll für die ganze Stadt nutzbar sein. Ich hoffe, dass sich Journalisten und Germanisten damit beschäftigen und sie Gegenstände des Lebens werden.

Interview: Carsten Upadek

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Völkerschlacht

Die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig unterstützt seit vielen Jahren das Gedenken an die Völkerschlacht. Die Stiftung ist Partner zahlreicher Projektträger im Leipziger Umland und unterstützte mit zahlreichen Förderungen Aktivitäten im ehemaligen Landkreis Leipziger Land im Gedenkjahr 2013.

Zum 200. Mal jährte sich im Oktober 2013 die Völkerschlacht bei Leipzig. Das Ereignis vom 16. bis 19. Oktober 1813 war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege im Kampf der alliierten Österreicher, Preußen, Russen und Schweden gegen die Truppen Napoleon Bonapartes – und eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Zukunft Europas, die die Region Leipzig ins Zentrum der Weltgeschichte rückte. Vier Tage lang waren bis zu 600.000 Soldaten an der Schlacht um die Vorherrschaft in Europa beteiligt. 100.000 getötete und verwundete Menschen zeigen die Härte der damaligen Kämpfe. Nach der Niederlage bei Leipzig musste sich der französische Kaiser nach Westen über den Rhein zurückziehen, der Weg war frei für die Neuordnung der europäischen Machtverhältnisse auf dem Wiener Kongress.

Zahlreiche Gemeinden, Vereine und Institutionen aus dem Südraum Leipzigs arbeiteten zum Teil mehrere Jahre intensiv und mit sehr viel Engagement daran, den 200. Jahrestag der Völkerschlacht angemessen zu würdigen: Mehrere Ausstellungen, beispielsweise im Sanitäts- und Lazarettmuseum Seifertshain oder dem Markkleeberger Torhaus verwiesen auf die historische Dimension des Ereignisses. Entscheidende Schauplätze wurden aufwändig restauriert. Tausende Menschen beteiligten sich an einer historischen Nachstellung der Schlacht (Reenactment) oder einzelnen Facetten wie den Patrouillenritten zwischen den Truppenteilen und ihren Quartieren.

Ein Gedenktreffen in Leipzig und Rötha, 1813 das Hauptquartier der gegen Napoleon verbündeten Heere, war einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten im Oktober 2013: Nachkommen der 1813 maßgeblich in die Geschehnisse involvierten Fürstenhäuser folgten der Einladung der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig und des Fördervereins Rötha – Gestern. Heute. Morgen. e. V., um am historischen Ort gemeinsam der Gefallenen der Völkerschlacht zu gedenken. Das Treffen hielt die Erinnerung an das Jahr 1813 – jedoch ebenso an das Jahr 1913, den Vorabend des 1. Weltkrieges – wach. Es gemahnte uns an die Zerbrechlichkeit des Friedens in Europa gerade auch in der heutigen Zeit europäischer Finanz-, Wirtschafts- und Identitätskrisen. Für das Gedenktreffen an die Völkerschlacht in Leipzig und Rötha übernahm die Stiftung selbst gemeinsam mit dem Förderverein Rötha – Gestern. Heute. Morgen. e. V. die Gastgeberrolle.

In einem gemeinsamen Kommuniqué, das im Verlauf der Gedenkveranstaltungen im „Mediencampus Villa Ida“ unterzeichnet wurde, betonten die Repräsentanten der Fürstenhäuser: „Wir haben in Leipzig erlebt, wie die Kämpfe unserer Vorväter Erfüllung finden, indem die Feindschaft erlischt. Wir wünschten, dass Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft, in Wirtschaft und Medien ihr Handeln, den Bürgern und Gästen Leipzigs folgend, darauf ausrichteten, das gemeinsame Haus Europa in seinem Umfeld zu befrieden und in seinen Fundamenten zu stärken“.

In eben jenem historischem Bewusstsein und im Geiste des gemeinsamen Hauses Europa, halten Bürgerinnen und Bürger in Vereinen und Verbänden die Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig lebendig. Im Ansinnen, ihre verdienten Vertreterinnen und Vertreter zu ehren, stiftet die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig seit 2015 den Kommandant-Prendel-Orden. Ausgezeichnet mit dem Kommandant-Prendel-Orden können nur Männer und Frauen werden, die sich in nationalen und internationalen Vereinen und Verbänden seit vielen Jahren kontinuierlich ehrenamtlich in der Region Leipzig engagieren, um die Erinnerung an die Ereignisse der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 wachzuhalten.

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Kontakt

Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig
Menckestraße 27
D-04155 Leipzig

Tel.: +49 341 – 5629 661
Fax: +49 341 – 5629 663

info(at)kultur-und-umweltstiftung.de

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Bauschild_final_grau

Für die 3D-Ansicht klicken Sie hier!
Durch Klicken in die Animation kann das 3D-Modell frei gedreht und geschwenkt (Draufsicht) werden. Die Ladezeit des 3D-Modells hängt von der jeweiligen Internetverbindung ab.

Die „Freiherrlich von Friesen’sche Schlossbibliothek Rötha“ – ein bedeutsames sächsisches Kulturdenkmal

Das ehemalige Schloss der Freiherren von Friesen in Rötha war zur Zeit der Völkerschlacht 1813 nicht nur Hauptquartier und Ort der Entscheidungen der alliierten Monarchen, Zar Alexander I. von Russland, Kaiser Franz I. von Österreich und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, es beherbergte neben einer der umfangreichsten Porträt-Gemäldesammlungen auch eine der bedeutendsten, über Jahrhunderte entstandenen Bibliotheken Sachsens. Der Ruf der Schlossbibliothek Rötha war so weitreichend, dass er bis nach Berlin gelangte. Jedenfalls machte Friedrich der Große auf dem Eilmarsch mit seiner Armee von Schlesien nach Rossbach – wo er bekanntlich die Reichsarmee schlug – Ende Oktober 1757 in Rötha Halt, wo er auch übernachtete. Er begehrte unbedingt die Schlossbibliothek zu sehen und ist dann lange in einem Buch lesend im Schloßpark spazieren gegangen. Die Hausherrin, die ihren abwesenden Gemahl vertrat, Christine Jakobine von Friesen geb. Gräfin Werthern, hat diese Begebenheit und ihre Konversation mit dem König von Preußen in einem ausführlichen Bericht der Nachwelt erhalten.

Das nun hier gezeigte, digitale 3D-Modell des Schlosses Rötha in seiner Form von 1669 soll eine Vorstellung von diesem für Rötha einst so bedeutsamen Gebäude geben. Das Modell ist im Werden und wird über die kommenden anderthalb Jahre Verbesserungen (Perspektiven, Außengelände mit Einfügung kleiner Pleiße sowie Anpassung der Turmbekrönung) und Ergänzungen erfahren.

Skizze_Schlossmodel_3 (von Friesen)

Skizze des ehemaligen Schlossareals von Heinrich Freiherr von Friesen. Nach den Erinnerungen Heinrich Freiherr von Friesens gestalten wir im kommenden Jahr das Umfeld des Schlosses im Modell nach.

Technischer Hinweis: In der Originalversion der 3D-Animation ist der automatische Abspielmodus auf verzögerungsfreie Wiedergabe optimiert. Um jedoch die Ladezeiten, die je nach technischen Voraussetzungen (Internetverbindung, Konfiguration des PCs) unterschiedlich hoch ausfallen können, für einen möglichst großen Anwenderkreis so weit wie möglich zu minimieren, wurde der automatische Ablauf der Onlineversion entsprechend angepasst.

„Mit der visuellen Wahrnehmung kann dem Betrachter erstmalig gezeigt werden, was von einer geschichtlich vollkommen verblendeten und barbarischen Ideologie zerstört wurde“, stellt Heinrich Freiherr von Friesen fest, letzter auf Schloss Rötha geborener Nachfahre der Familie. Ihm sei Rötha „mein Paradies“ gewesen, so Freiherr von Friesen: Der Baukörper des Schlosses, als „Hymnus auf den Westfälischen Frieden“, 1669 in dieser Form errichtet, strahle „ein vollkommenes Ebenmaß aus, fast schmucklos, ohne jegliche Ausladung, hoch repräsentativ, aber ohne jeglichen Prunk.“

Von 1592 bis 1945 residierte die Familie von Friesen, ab 1653 als Reichs-Freiherren, im Schloss zu Rötha. Der Bauherr des in der Animation dargestellten 1669 geschaffenen Schlosses Karl von Friesen wirkte als Präsident des Obersten Konsistorialgerichts in Leipzig und vertrat nach dem Westfälischen Frieden von 1648 sächsische Interessen beim Reichstag in Regensburg. Heinrich Friedrich Graf von Friesen (1681-1739) war königlich-polnischer und kursächsischer Geheimer Kabinettsminister, Generalleutnant und Gouverneur zu Dresden, Johann Georg Friedrich Freiherr von Friesen (1757-1824) war Oberkammerherr, Geheimer Rat und Oberaufseher der Kunstsammlungen und der Bibliothek in Dresden, Friedrich Freiherr von Friesen (1796-1871) wurde Mitglied und Präsident der 1. Kammer des Sächsischen Landtags.

Mit der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone wurde die Familie enteignet und floh in den Westen. Heinrich Freiherr von Friesen bemüht sich seit 1990 um die Restitution des auf mehrere sächsische Bibliotheken verteilten Buchschatzes. Die seit 1990 restituierten Bücher sowie seine Eigentumsrechte an allen eindeutig der Schlossbibliothek zuzuordnenden Bücher und Handschriften überließ er, nach Zustimmung des Stiftungsrates und Abschluss der Vertragsverhandlungen im April 2014, mit Unterzeichnung des „Vertrages über die Errichtung des ,Freiherrlich von Friesen´sche Schlossbibliothek Rötha´- Fonds“ am 28. Mai 2014 der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, nachdem er bereits 2008 wesentliche Teile der eingangs erwähnten Gemäldesammlung dem Freistaat Sachsen in einer unselbstständigen Stiftung überlassen hatte (mehr dazu).

Heinrich Freiherr von Friesen wünscht sich langfristig eine Rücküberführung der Bibliothek nach Rötha: „Mir ist bewusst, dass hierzu eine Lösung gefunden werden muss, die unter denkmalpflegerischen, konservatorischen und archivarischen Gesichtspunkten den historischen Buchbestand auf Dauer sichert – und dass eine solche Lösung Zeit benötigt. Deshalb stimme ich der nun geschlossenen Kooperationsvereinbarung ausdrücklich zu.“

Die Stiftung verpflichtete sich, die Bibliothek nach Rötha zu überführen, sobald dort eine für die Aufnahme der Bestände geeignete, dem historischen Kontext zwischen ehemaligem Schloss, seiner Bibliothek und der Familie der Freiherren von Friesen angemessene Unterbringungsmöglichkeit besteht.

Zur Zusammenführung der Bibliotheksbestände hat die Stiftung eine Kooperationsvereinbarung mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) sowie dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen geschlossen. Diese sieht vor, dass die wohl noch existierenden 4.000 Bände der einst über 10.000 Werke umfassenden Bibliothek, soweit noch nicht geschehen identifiziert, und in der SLUB zusammengeführt werden.

Dazu gehören 1.361 an Freiherr Heinrich von Friesen restituierte Bände, 87 Bände mit unsicherer Provenienz sowie 1.038 weitere fragliche Bände, die sich bereits im Bestand der SLUB befinden. Hinzu kommen circa 800 Bände, die derzeit, ebenso wie ein Gesamtkatalog der Schlossbibliothek, im Landesamt für Denkmalpflege aufbewahrt werden. Weitere Bestände werden in anderen Bibliotheken, unter anderem der Universitätsbibliothek Leipzig, vermutet.

In der SLUB sollen die Katalogbände von 1905/06 digitalisiert werden, die Bestände zugeordnet, verifiziert und inventarisiert sowie die Bücher im Lesesaal der SLUB interessierten Bibliotheksnutzern zugänglich gemacht werden. Die Kultur- und Umweltstiftung unterstützt die wissenschaftliche Aufarbeitung finanziell und fördert die Präsentation der Bestände. Zum einen soll eine Publikation über die ‚Freiherrlich von Friesen’sche Schloßbibliothek Rötha‘ entstehen. Zum anderen soll durch das 3D-Modell des Schlosses Rötha – und eine spätere Verknüpfung zu den SLUB-Datenbanken – Aufmerksamkeit auf die jahrhundertealten Bibliotheksbestände gelenkt werden.

„Damit wird der bisher verstreute, noch vorhandene historische Buchbestand wieder in großem Umfang an einem Ort zusammengefasst, die Prioritätensetzung der verschiedenen Sammler der Freiherren von Friesen über die Jahrhunderte hinweg nachvollziehbar und die Korrespondenzen zwischen einzelnen Bänden erlebbar. Die Stiftung und die Öffentlichkeit können Heinrich Freiherrn von Friesen für den verantwortungsvollen, altruistischen Umgang mit seinem restituierten Vermögen zur Bewahrung des kulturellen Erbes in der Region nicht genug danken“, erläutert Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land.

Wappen der Reichsfreiherren von Friesen

Wappen der Reichsfreiherren von Friesen
Original aus der Urkunde zur Erhebung in den Reichsfreiherrenstand durch Kaiser Ferdinand III. im Jahre 1653

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