Pressemitteilung 19.06.2017: Erinnerungen erhalten

Kultur- und Umweltstiftung macht mit ihrer Förderung die Restaurierung einer Gefallenen-Gedenktafel möglich

Leipzig/Frohburg, der 19. Juni 2017. Mit 6.000 Euro fördert die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land eine Gedenktafel für Gefallene des Ersten Weltkrieges im Frohburger Ortsteil Benndorf. „Der Förderverein Rittergut Benndorf e. V. engagiert sich schon seit vielen Jahren für den Erhalt historisch bedeutsamer Gebäude und Anlagen im Ort“, erklärt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Sparkassenstiftung: „Damit auch das Gedenken an die Gefallenen aus Benndorf erhalten bleibt, unterstützen wir den Verein bei der Restaurierung.“ Mehr dazu …

19.06.2017


Pressemitteilung 12.06.2017: Im Zeichen des Einigungsgedankens

Das 11. Schillerfest in Kahnsdorf wird durch die Kultur- und Umweltstiftung ermöglicht

Leipzig/Frohburg, der 12. Juni 2017. Vom 16. bis zum 18. Juni findet das Schillerfest im Rittergut Kahnsdorf statt, das mit 2.500 Euro durch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig gefördert wird. Die elfte Ausgabe des Festes steht, erstmals organisiert durch den Pro Regio e. V., unter dem Motto „Freude, schöner Götterfunke“. „Das Schillerfest bildete bereits in den vergangenen Jahren einen kulturellen Höhepunkt in der Region“, erklärt Gabriele Greiner, Vorstandsvorsitzende der Kultur- und Umweltstiftung. „Nicht nur die starke Verwurzelung in Kahnsdorf, sondern auch die kulturelle Vielfalt des Festes sind zwei Dinge, die wir für sehr unterstützenswert erachten“, so Greiner weiter. Mehr dazu …

12.06.2017


Pressemitteilung 02.05.2017: Zeitzeugnisse hinter Glas

Sparkassenstiftung förderte die Anschaffung von Standvitrinen in der Prießnitzer Heimatstube

Leipzig/Frohburg, der 2. Mai 2017. Die Heimatausstellung im Rittergut Prießnitz wird seit Ostern durch vier Standvitrinen erweitert, die mit 2.400 Euro von der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land gefördert wurden. „Der Heimatverein Prießnitz-Trebishain hat in den vergangenen Jahren einzigartige geschichtliche Dokumente zusammengetragen, die die Vergangenheit zweier Dörfer dokumentieren“, so Gabriele Greiner, Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse: „Es ist daher auch in unserem Sinne, dass diese historischen Relikte sicher und dauerhaft aufbewahrt werden können.“ Mehr dazu …

02.05.2017


Pressemitteilung 20.04.2017: Wissen in Kisten

Die NABU-Naturschutzstation Teichhaus Eschefeld kann dank Kultur- und Umweltstiftung ab sofort neue Lehrmaterialien nutzen

Leipzig/Frohburg, der 20. April 2017. Die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig förderte mit knapp 3.300 Euro neue Materialien zur Bereicherung der Umweltbildungsarbeit der NABU-Naturschutzstation Teichhaus Eschefeld. Dazu gehören neben einer neuen Kamera und verschiedenen Lehrfilmen auch drei Umweltbildungskisten für Kinder und Jugendliche. Die erste wartet bereits auf ihren Einsatz: Mithilfe der Umweltkiste „Aquarius Wassermann“ können junge Naturinteressierte Wissenswertes zum Thema Wasser erforschen. „Die Eschefelder Teiche sind eines der ältesten Naturschutzgebiete Sachsens. Nur durch die zeitgemäße Bildung der nachfolgenden Generationen kann die jahrzehntelang aufgebaute Umweltarbeit der Naturschutzstation erhalten bleiben“, begründet Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Sparkassenstiftung, die Förderung. Mehr dazu …

20.04.2017


Geschichtsstunde mit dem Freiherrn

Wertvolles Kulturgut der Familie von Friesen an Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse übergeben

von Thomas Mayer (Chefreporter a. D. der Leipziger Volkszeitung und 2. Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates)

Bettina Wallasch ist die engagierte Vorsitzende des Heimatvereins Rötha. Sie hat wertvolles Kulturgut zum Treff in der Villa Ida, dem Sitz der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, mitgebracht. Wallasch kommt, wie sie selbst sagt, „mit einem lachenden und weinenden
Auge“. Die Gemälde und Urkunden aus dem Besitz der Familie von Friesen, einem über die Jahrhunderte in der Kleinstadt südlich von Leipzig ansässigen Adelsgeschlechts, hatten bislang sie und ihr Verein in Verwahrung, wohl wissend, dass das keine sachgerechte Lösung auf Dauer sein kann.

Heinrich Freiherr von Friesen (Mitte) übergibt die beiden Gemälde seiner Vorfahren Marie Charlotte Freifrau von Friesen und Christian August Freiherr von Friesen an die Kultur- und Umweltstiftung. v.l.n.r.: Wolfgang Klinger (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung), Dr. Harald Langenfeld (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig und 1. stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender), Heinrich Freiherr von Friesen, Maximilian Graf Solms zu Laubach und Stephan Seeger (geschäftsführender Stiftungsvorstand und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig)

Mehr dazu …

09.03.2017



Stiftung

Die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land wurde im Jahre 2001 anlässlich des 175. Firmenjubiläums der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Natur und den kulturellen Reichtum im ehemaligen Landkreis Leipziger Land zu bewahren und zu fördern.

Finanzierung

Finanziert werden die Stiftungs-Projekte aus den Erträgen des Stiftungsvermögens sowie durch Zuwendungen und Spenden Dritter.

Struktur

Der Stiftungsrat ist das höchste Gremium der Stiftung. Der Stiftungsrat hat, entsprechend einem Aufsichtsrat bei Kapitalgesellschaften oder einem Verwaltungsrat bei einer Anstalt des öffentlichen Rechts, kontrollierende und beratende Funktion. Der Vorstand entscheidet über die Vergabe von Stiftungsmitteln im Rahmen der vom Stiftungsrat vorgegebenen Richtlinien.

Förderungen

Die Stiftung fördert Einzelprojekte in den Bereichen Kultur und Umwelt im ehemaligen Landkreis Leipziger Land. Bewerben können sich gemeinnützige Vereine, Schulen und Kommunen. Von der Förderung ausgeschlossen sind Projekte, die in erster Linie staatliche Aufgaben sind oder der Gemeinnützigkeit widersprechen.

Antragstellung

Förderanträge müssen folgendes enthalten:

  • Projektbeschreibung
  • Finanzierungsplan, der Eigen- und Drittmittel ausweist
  • Höhe des Förderbedarfs
  • Nachweis der Gemeinnützigkeit
  • Vereinssatzung

Anträge können bis zum 15. September eines jeden Jahres für das Folgejahr bei der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land eingereicht werden.

Sie können den beiliegenden Förderantrag nutzen:
PDF: Antrag auf Förderung
Word: Antrag auf Förderung

Die Stiftung erbittet zur Antragstellung die Nutzung dieser Formulare. Zum Ansehen bzw. Drucken benötigen Sie den Acrobat Reader von Adobe. Sollten Sie den Acrobat Reader nicht auf Ihrem PC installiert haben, können Sie ihn bei Adobe kostenlos herunterladen.

Anschrift der Stiftung

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Förderprojekte

Auf dieser Seite finden Sie Beispiele von Projekten und Veranstaltungen der Kultur- und Umweltstiftung.

Zusätzlich sind alle Projekte im Zusammenhang mit dem 200. Jahrestag der Völkerschlacht thematisch in einer gesonderten Rubrik Völkerschlacht zusammengefasst.

Sie finden in dieser Rubrik ebenso eine Auswahl der aktuell und bisher geförderten Projekte der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig. Diese sind nach Jahren geordnet.

Verlängerung_Lindenallee_Eythra_5 (Gunter Arndt)

Röthaer_Raben_Theaterprojekt_1 (IG Röthaer Stadtraben n. e.  V.)

Schlosspark_Benndorf_4 (Denis Brauße)

Patrouillenritt_2013_1 (LiebDorf-1813, frühere Ritte)

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Presse

Pressemitteilung 19.06.2017: Erinnerungen erhalten

Kultur- und Umweltstiftung macht mit ihrer Förderung die Restaurierung einer Gefallenen-Gedenktafel möglich

Leipzig/Frohburg, der 19. Juni 2017. Mit 6.000 Euro fördert die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land eine Gedenktafel für Gefallene des Ersten Weltkrieges im Frohburger Ortsteil Benndorf. „Der Förderverein Rittergut Benndorf e. V. engagiert sich schon seit vielen Jahren für den Erhalt historisch bedeutsamer Gebäude und Anlagen im Ort“, erklärt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Sparkassenstiftung: „Damit auch das Gedenken an die Gefallenen aus Benndorf erhalten bleibt, unterstützen wir den Verein bei der Restaurierung.“

Die Erinnerungstafel befindet sich an der Nordseite der Benndorfer St.-Katharina-Kirche. Sie wurde um 1930 aus Rochlitzer Porphyr gefertigt, einem rötlichen vulkanischen Gestein. In den Gedenkstein eingelassen sind 21 Namen von aus Benndorf stammenden Männern, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind. „Nach knapp 90 Jahren sind durch die Verwitterung des Gesteins die Namen und Inschriften jedoch kaum mehr zu lesen“, erklärt Denis Brauße vom Förderverein Rittergut Benndorf die Gründe für die Restaurierung: „Damit die Erinnerung jedoch erhalten bleibt, soll er grundlegend restauriert werden.“

Mithilfe der Förderung durch die Stiftung war es nun möglich, den Frohburger Steinmetz Thorsten Delkus mit der Restaurierung zu beauftragen. Anders als ursprünglich geplant, wird der Stein dafür allerdings nicht erst abtransportiert: „Aufgrund des Materials des Steines ist es zu riskant, ihn zu bewegen: Er würde vielleicht auseinanderbrechen. Die Arbeiten werden jetzt also direkt an Ort und Stelle ausgeführt“, so Brauße. Die Restaurierung der 2,50 Meter hohen und einen Meter breiten Steintafel soll spätestens im Juli abgeschlossen sein.

In der Vergangenheit wurde das Engagement des Fördervereins Rittergut Benndorf bereits mehrfach durch die die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land unterstützt. So wurden die Bestrebungen des Vereins zum Erhalt und der Pflege der Anlage des ehemaligen Ritterguts mit insgesamt rund 23.400 Euro gefördert. Dazu gehörten unter anderem die Sanierung der Wege im Schlosspark, die Offenlegung der Grundrisse des ehemaligen Schlosses sowie die Rekonstruktion des Brunnens.

Kontakt: Herr Denis Brauße, Förderverein Rittergut Benndorf e. V., Tel. 034348/600040

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Erich-Loest-Archiv

Erich Loest zum 90. Geburtstag – Andenken an wirkmächtigen Literaten

Medienstiftung der Sparkasse Leipzig lobt den „Erich-Loest-Preis“ aus

Am 24.2.2016 wäre Erich Loest 90 Jahre alt geworden. Für die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig Anlass, den

Erich-Loest-Preis

auszuloben. Der Preis wird erstmals am 24. Februar 2017 und dann alle zwei Jahre vergeben; er ist mit 10.000 Euro dotiert.

Stephan Seeger, geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung: „Stiftungsvorstand und Stiftungsrat ehren mit dieser Entscheidung einen wirkmächtigen Literaten, gesellschaftspolitisch denkenden Kopf, stetigen Mahner, wenn die Untiefen deutscher und deutsch-deutscher Geschichte in Vergessenheit zu drohen gerieten, und bekennenden Leipziger, dem die Geschicke seiner Stadt eine Herzensangelegenheit waren.“

Der Erich-Loest-Preis wird bevorzugt an Autoren aus Mitteldeutschland vergeben; er wird nicht ausgeschrieben. Die Auswahl der Preisträgerin/des Preisträgers erfolgt ausschließlich über die Jury, in der jedes Mitglied eine Stimme hat. Details werden in den Vergaberichtlinien festgelegt, die zurzeit ausgearbeitet und mit der Jury abgestimmt werden. Mitglieder der Jury sind: Hartwig Hochstein, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung a. D. und Mitglied des Stiftungsrates der Medienstiftung, als Vorsitzender; Dr. Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung; Dr. Thomas Brückner, Autor und Herausgeber; Jan Emendörfer, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung und Mitglied des Stiftungsrates der Medienstiftung; Ullrich Hammerschmidt, Freie Presse/Chemnitz; Prof. Dr. Josef Haslinger, Deutsches Literaturinstitut an der Universität Leipzig; Sven Felix Kellerhoff, Die Welt; Thomas Mayer, Journalist und Autor; Regine Möbius, ver.di-Bundesbeauftragte für Kunst und Kultur; Andreas Montag, Mitteldeutsche Zeitung/Halle; Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung; Linde Rotta, Schriftstellerin; Dr. Katrin Schumacher, MDR Figaro. (weitere Informationen finden Sie hier.)

Oberbürgermeister Burkhard Jung: „Leipzig und Erich Loest, welche eine Beziehung! Wie John Dos Passos und New York, James Joyce und Dublin.“

Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Vorsitzender des Stiftungsrates der Sparkassenstiftung, betont: „Leipzig und Erich Loest, welche eine Beziehung! Wie John Dos Passos und New York, James Joyce und Dublin. Erich Loest hat Leipzig nicht nur einmal zu seinem Thema gemacht. Leipzig war ‚sein‘ Thema. Er hat unsere Stadt in die Literatur des 20. Jahrhunderts eingeschrieben: ‚Völkerschlachtdenkmal‘, ‚Nikolaikirche‘, ‚Reichsgericht‘, ‚Löwenstadt‘. Mit einem weiteren Buchtitel ist alles gesagt: ‚Leipzig ist unerschöpflich‘. Der ‚Erich-Loest-Preis‘ der Medienstiftung unserer Sparkasse spricht von dieser einzigartigen Beziehung eines Autors zu seiner Stadt.“

Linde Rotta: „Sein Schreiben blieb stets Mahnung zur Wachsamkeit, niemals wieder unsere demokratische Freiheit aufs Spiel zu setzen.“

Über die Entscheidung der Stiftungsgremien freut sich seine Lebensgefährtin Linde Rotta: „… ‚und was du siehst, das schreibe in ein Buch‘ (Off. Joh. I, 11) – obwohl kein praktizierender Christ, könnte kein Wort besser den geistigen Auftrag erklären, an den Erich Loest sich literarisch gebunden sah. Zwei durchlittene Diktaturen hatten ihn zum tief überzeugten Demokraten geläutert. Sein Schreiben blieb stets Mahnung zur Wachsamkeit, niemals wieder unsere demokratische Freiheit aufs Spiel zu setzen. Lügen, Taktierereien, Sonntagsreden waren seine Sache zu keiner Zeit, literarische Manierismen verabscheute er zutiefst. Sein Prinzip: Das deutliche Wort. Charakterliche Geradlinigkeit, eine klare moralische Haltung werden sein unverkennbares Markenzeichen bleiben.“

Dr. Harald Langenfeld: „Erich Loests Stimme fehlt uns, gerade jetzt, gerade heute.“

Erich Loest war Gründungsmitglied der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig und gab ihr über viele Jahre als Stiftungsratsmitglied wichtige Impulse. Am Sitz der Leipziger Sparkassen-Stiftungen, der Villa Ida, wird sein literarischer Nachlass gepflegt und bewahrt. Die Bedeutung des Autors für die Stiftung erklärt Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig und der Medienstiftung: „Erich Loests Stimme fehlt uns, gerade jetzt, gerade heute. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie er, der wie kaum ein anderer die jüngere deutsche Geschichte durchlebt und erlitten hat, die Ereignisse, die sich seit geraumer Zeit beinahe jeden Montag auf den Straßen Dresdens, Leipzigs und an anderen Orten abspielen, kommentiert hätte. Erich Loest war unseren Stiftungen langjähriger Begleiter, Förderer, Mäzen und treuer Freund. Es ist unserer Medienstiftung Ehre und Verpflichtung zugleich, zum 90. Geburtstag Erich Loests‘ einen Literatur-Preis seines Namens auszuloben; ein Name, der mit hervorragenden Charaktereigenschaften eines Menschen verbunden ist: Mut, Wahrheitsliebe, Unerschrockenheit, Menschlichkeit.“

Die Stadt Leipzig ehrt ihren verstorbenen Ehrenbürger durch die Benennung der Bibliothek im Stadtteil Gohlis mit dem Namen Erich-Loest-Bibliothek am 24. Februar 2016, 11 Uhr, Georg-Schumann-Straße 105, 04155 Leipzig.

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Völkerschlacht

Die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig unterstützt seit vielen Jahren das Gedenken an die Völkerschlacht. Die Stiftung ist Partner zahlreicher Projektträger im Leipziger Umland und unterstützte mit zahlreichen Förderungen Aktivitäten im ehemaligen Landkreis Leipziger Land im Gedenkjahr 2013.

Zum 200. Mal jährte sich im Oktober 2013 die Völkerschlacht bei Leipzig. Das Ereignis vom 16. bis 19. Oktober 1813 war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege im Kampf der alliierten Österreicher, Preußen, Russen und Schweden gegen die Truppen Napoleon Bonapartes – und eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Zukunft Europas, die die Region Leipzig ins Zentrum der Weltgeschichte rückte. Vier Tage lang waren bis zu 600.000 Soldaten an der Schlacht um die Vorherrschaft in Europa beteiligt. 100.000 getötete und verwundete Menschen zeigen die Härte der damaligen Kämpfe. Nach der Niederlage bei Leipzig musste sich der französische Kaiser nach Westen über den Rhein zurückziehen, der Weg war frei für die Neuordnung der europäischen Machtverhältnisse auf dem Wiener Kongress.

Zahlreiche Gemeinden, Vereine und Institutionen aus dem Südraum Leipzigs arbeiteten zum Teil mehrere Jahre intensiv und mit sehr viel Engagement daran, den 200. Jahrestag der Völkerschlacht angemessen zu würdigen: Mehrere Ausstellungen, beispielsweise im Sanitäts- und Lazarettmuseum Seifertshain oder dem Markkleeberger Torhaus verwiesen auf die historische Dimension des Ereignisses. Entscheidende Schauplätze wurden aufwändig restauriert. Tausende Menschen beteiligten sich an einer historischen Nachstellung der Schlacht (Reenactment) oder einzelnen Facetten wie den Patrouillenritten zwischen den Truppenteilen und ihren Quartieren.

Ein Gedenktreffen in Leipzig und Rötha, 1813 das Hauptquartier der gegen Napoleon verbündeten Heere, war einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten im Oktober 2013: Nachkommen der 1813 maßgeblich in die Geschehnisse involvierten Fürstenhäuser folgten der Einladung der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig und des Fördervereins Rötha – Gestern. Heute. Morgen. e. V., um am historischen Ort gemeinsam der Gefallenen der Völkerschlacht zu gedenken. Das Treffen hielt die Erinnerung an das Jahr 1813 – jedoch ebenso an das Jahr 1913, den Vorabend des 1. Weltkrieges – wach. Es gemahnte uns an die Zerbrechlichkeit des Friedens in Europa gerade auch in der heutigen Zeit europäischer Finanz-, Wirtschafts- und Identitätskrisen. Für das Gedenktreffen an die Völkerschlacht in Leipzig und Rötha übernahm die Stiftung selbst gemeinsam mit dem Förderverein Rötha – Gestern. Heute. Morgen. e. V. die Gastgeberrolle.

In einem gemeinsamen Kommuniqué, das im Verlauf der Gedenkveranstaltungen im „Mediencampus Villa Ida“ unterzeichnet wurde, betonten die Repräsentanten der Fürstenhäuser: „Wir haben in Leipzig erlebt, wie die Kämpfe unserer Vorväter Erfüllung finden, indem die Feindschaft erlischt. Wir wünschten, dass Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft, in Wirtschaft und Medien ihr Handeln, den Bürgern und Gästen Leipzigs folgend, darauf ausrichteten, das gemeinsame Haus Europa in seinem Umfeld zu befrieden und in seinen Fundamenten zu stärken“.

In eben jenem historischem Bewusstsein und im Geiste des gemeinsamen Hauses Europa, halten Bürgerinnen und Bürger in Vereinen und Verbänden die Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig lebendig. Im Ansinnen, ihre verdienten Vertreterinnen und Vertreter zu ehren, stiftet die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig seit 2015 den Kommandant-Prendel-Orden. Ausgezeichnet mit dem Kommandant-Prendel-Orden können nur Männer und Frauen werden, die sich in nationalen und internationalen Vereinen und Verbänden seit vielen Jahren kontinuierlich ehrenamtlich in der Region Leipzig engagieren, um die Erinnerung an die Ereignisse der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 wachzuhalten.

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Kontakt

Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig
Menckestraße 27
D-04155 Leipzig

Tel.: +49 341 – 5629 661
Fax: +49 341 – 5629 663

info(at)kultur-und-umweltstiftung.de

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Geschichtsstunde mit dem Freiherrn

Wertvolles Kulturgut der Familie von Friesen an Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse übergeben

von Thomas Mayer (Chefreporter a. D. der Leipziger Volkszeitung und 2. Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates)

Bettina Wallasch ist die engagierte Vorsitzende des Heimatvereins Rötha. Sie hat wertvolles Kulturgut zum Treff in der Villa Ida, dem Sitz der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, mitgebracht. Wallasch kommt, wie sie selbst sagt, „mit einem lachenden und weinenden
Auge“. Die Gemälde und Urkunden aus dem Besitz der Familie von Friesen, einem über die Jahrhunderte in der Kleinstadt südlich von Leipzig ansässigen Adelsgeschlechts, hatten bislang sie und ihr Verein in Verwahrung, wohl wissend, dass das keine sachgerechte Lösung auf Dauer sein kann.

Heinrich Freiherr von Friesen (Mitte) übergibt die beiden Gemälde seiner Vorfahren Marie Charlotte Freifrau von Friesen und Christian August Freiherr von Friesen an die Kultur- und Umweltstiftung. v.l.n.r.: Wolfgang Klinger (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung), Dr. Harald Langenfeld (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig und 1. stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender), Heinrich Freiherr von Friesen, Maximilian Graf Solms zu Laubach und Stephan Seeger (geschäftsführender Stiftungsvorstand und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig)

Nun hat sich Heinrich Freiherr von Friesen (81) entschieden, das wertvolle Familiengut, wie schon zuvor die Bibliothek, die es einst auf Schloss Rötha gab, der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse zu übereignen. Das geschieht stilvoll, fast in Form einer Geschichtsstunde. Der Freiherr kennt die Seinen. Da wäre sein Vorfahre Christian August Freiherr von Friesen, um 1710 in Öl gemalt wie seine Ehefrau Marie Charlotte. „Er war ein großer Militär und im 18. Jahrhundert in diversen Schlachten unterwegs. In Rötha muss er eher selten gewesen sein, was ihn freilich nicht davon abhielt, dafür zu sorgen, dass die beiden Kirchen der Stadt dank seiner Gönnerschaft mit Silbermannorgeln ausgestattet werden konnten. Der Meister besuchte selbst das Schloss“, weiß von Friesen jr.

v.l.n.r.: Stephan Seeger, Wolfgang Klinger, Gabriele Greiner (Vorstandsvorsitzende der Stiftung), Dr. Harald Langenfeld, Ursula Gräfin zu Solms-Laubach, Heinrich Freiherr von Friesen und Maximilian Graf zu Solms-Laubach

Er stellt die „Erhebungsurkunde“ seiner Vorfahren in den Reichsfreiherrenstand durch Kaiser Ferdinand III. aus dem Jahr 1653 vor, zeigt die Papst-Bulle von Sixtus IV. aus dem Jahr 1489, das Röthaer St.-Georgen-Stift betreffend, und spricht über den Kaufbrief fürs Rittergut Rötha von 1592. Als Faksimile beigegeben ist die Gründungsurkunde der Meissner Porzellanmanufaktur. An der Geburtsstunde des Unternehmens im Jahr 1710 auf der Albrechtsburg hatte mit Otto Heinrich Freiherr von Friesen ein Spross der Familie Anteil. Er war der Kanzler am Hofe August des Starken, wie von Friesen jr. interpretiert, „der Chef der Staatskanzlei“.

Der heutige Freiherr sieht einen weiteren Teil des Familienerbes in guten Händen. Als zehnjähriger Junge hatte er mit Eltern und Geschwistern im Oktober 1945 und mit nur sechs Gepäckstücken aus Rötha fliehen müssen. „Es schien ein Abschied für immer zu sein“, denkt er zurück. Schloss und Park verfielen in den bald folgenden DDR-Zeiten. Das 1668 im frühbarocken Stil fertiggestellte Schloss wurde 1969, also nach 300-jähriger Geschichte, gesprengt. Durch den barbarischen Akt ging viel verloren, vor allem kulturelle Identität, die in den vergangenen Jahren durch vielerlei Initiativen auch seitens der Kultur- und Umweltstiftung eine Renaissance erlebt. Sparkassenchef Harald Langenfeld dankte von Friesen fürs Vertrauen: „Sie wissen ja, Stiftungen sind für die Ewigkeit angelegt.“

Der Artikel erschien in der Leipziger Volkszeitung vom 28. Februar 2017 (Seite 15).

Alle Fotos: Kultur- und Umweltstiftung/Volkmar Heinz

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