„Die Ereignisse von 1813 hautnah erleben“: Kommandant-Prendel-Ordensverleihung 2017

Kommandant-Prendel-Orden würdigt Engagement zur Erinnerung an die Völkerschlacht

Eine Corona ist laut Duden eine „Ansammlung von Menschen, die gemeinsam etwas unternehmen“. Oder auch „eine fröhliche Schar“. Auf die Festcorona anlässlich der Verleihung des Kommandant-Prendel-Ordens, die Stephan Seeger, Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig, in der Museumsscheune Liebertwolkwitz begrüßte, trafen gleich beide Beschreibungen zu. Als Gastgeber fungierte – neben der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig – der Interessenverein Völkerschlacht bei Leipzig 1813 e. V. in Gestalt von Wolf-Dieter Schmidt, Präsident des Vereins und Träger des Kommandant-Prendel-Ordens.

Die Ordensträger 2017 (v.l.n.r.): Peter Mechler, Oberst Prof. Dr. Kurt Anton Mitterer, Ralf Hiller, Dr. Reinhard Münch und Tobias Reh.

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16.10.2017


Pressemitteilung 05.10.2017: Erinnerung auf dem Schlachtfeld

Stiftung unterstützt Jahrestagfeier der Völkerschlacht bei Leipzig 1813

Leipzig/Markleeberg, der 4. Oktober 2017. Mit einer Förderung über 4.000 Euro unterstützt die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig die historischen Zivil- und Gefechtsdarstellungen zum 204. Jahrestag der Völkerschlacht vom 13. bis 15. Oktober. „Der Verband Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig 1813 e.V. engagiert sich seit Jahren intensiv für das Gedenken an diese wichtige Entscheidungsschlacht im Kampf gegen die Truppen Napoleons“, so Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung: „Die Veranstaltungen zum Jahrestag der Schlacht sind eine lebendige Form der Erinnerungskultur, die wir gern unterstützen.“ Mehr dazu …

05.10.2017


Pressemitteilung 11.09.2017: Weltkriegsdenkmal endlich vollständig

Nach Sanierung trägt das Tautenhainer Denkmal auch die Namen der Gefallenen des 2. Weltkrieges

Leipzig/Frohburg, der 11. September 2017. Dank einer Förderung der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig über 5.000 Euro erfährt das Denkmal für Gefallene des 1. Weltkrieges in Tautenhain nicht nur eine Sanierung, es können auch die Namen der Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges ergänzt werden. „Die Bevölkerung Tautenhains bemüht sich bereits seit etlichen Jahren darum, die noch fehlenden 58 Namen auf ihrem Kriegerdenkmal zu ergänzen“, erklärt Gabriele Greiner, die Vorstandvorsitzende der Sparkassenstiftung: „Denkmale wie dieses sind wichtige Orte für die gemeinsame Erinnerung – verdeutlichen sie uns doch, wie auch ferne Schlachtfelder Leid und Tod bringen können.“ Mehr dazu …

11.09.2017


Pressemitteilung 18.08.2017: Gedenken an Vorfahren

Kultur- und Umweltstiftung ermöglicht Sanierung eines Kriegsdenkmals

Leipzig/Pegau, der 18. August 2017. Ein Denkmal für Gefallene des 1. Weltkrieges im Pegauer Ortsteil Großstorkwitz wird mithilfe einer Förderung über 3.500 Euro durch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig vollständig saniert. „Für die Bewohner der Gemeinde ist das ehrende Gedenken an ihre Vorfahren besonders wichtig, weshalb wir ihren Wunsch nach einer Sanierung des Denkmals gern unterstützen“, kommentiert der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung Stephan Seeger die Beweggründe der Förderung. Mehr dazu …

18.08.2017


Pressemitteilung 25.07.2017: Historische Bibliothek wird schrittweise wiedervereint

Zusammenführung der ehemaligen Schlossbibliothek Rötha weist erste Erfolge auf

Leipzig/Rötha/Dresden, der 25. Juli 2017. Nach einem Jahr intensiver Arbeit sind bei der Zusammenführung der Freiherrlich von Friesen’schen Schlossbibliothek Rötha, gefördert durch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, erste Erfolge sichtbar: Insgesamt etwa 3.300 Bücher mit sicherer oder vermutlicher Herkunft aus Rötha haben bereits ihren Platz in den Magazinregalen der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) gefunden. Einst umfasste die Bibliothek wohl über 10.000 Bände. Mehr dazu …

25.07.2017



Satzung

§ 1 Name, Sitz, Rechtsform

(1) Die Stiftung führt den Namen

Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig

und hat ihren Sitz in Leipzig.

(2) Die Stiftung ist rechtsfähig im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches.

§ 2 Zweck

(1) Zweck der Stiftung ist die Förderung

a) der Heimatpflege und Heimatkunde im ehemaligen Landkreis Leipziger Land;

b) des Naturschutzes und der Landschaftspflege;

c) des Umweltschutzes;

d) der Aus- und Fortbildung junger Menschen aus dieser Region;

e) von Kunst und Kultur;

f) des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege.

(2) Der Stiftungszweck wird verwirklicht insbesondere durch

a) die Förderung der Pflege und Erhaltung von Kulturwerten wie Kunstsammlungen, Bibliotheken, Museen, Archive sowie andere vergleichbare Einrichtungen;

b) die Förderung der Pflege und Erhaltung von Natur- und Landschaftsräumen der Region;

c) die Förderung von Einrichtungen, Initiativen und gemeinnützigen Institutionen, die dem Schutz der Umwelt dienen;

d) die Durchführung von Veranstaltungen, von Wettbewerben, Preisverleihungen und durch die Vergabe von Ehrenpreisen sowie die Vergabe von Leistungsstipendien;

e) die Förderung der Pflege und Erhaltung von Bauten und Baudenkmälern.

(3) Der Stiftungszweck wird auch erfüllt, wenn die Stiftungsmittel – neben der Verwendung zu eigenen satzungsmäßigen Zwecken – auch anderen, ebenfalls steuerbegünstigten Körperschaften oder Körperschaften des öffentlichen Rechts zur Verwendung zu den oben genannten steuerbegünstigten Zwecken zugewendet werden.

(4) Voraussetzungen, Art, Umfang und Dauer der Förderung bestimmen sich nach den vom Stiftungsrat zu erlassenden Richtlinien. Der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig sowie ihren etwaigen Rechtsnachfolgern dürfen keine Stiftungsmittel zugewendet werden.

(5) Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

(6) Die Stiftung ist selbstlos tätig: Sie verfolg nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel der Stiftung dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Stiftung fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

(7) Über die Vergabe von Stiftungsmitteln entscheidet nach billigem Ermessen
der Vorstand im Rahmen der vom Stiftungsrat vorgegebenen Richtlinien. Ein Rechtsanspruch auf die Zuwendung von Stiftungsmitteln besteht nicht.

§ 3 Vermögen, Erträge

(1) Das anfängliche Grundstockvermögen der Stiftung beträgt 1.000.000 Euro. Es ist in seinem Bestand vorbehaltlich der Regelung in Absatz 2 ungeschmälert zu erhalten. Das Grundstockvermögen erhöht sich durch die Zustiftungen der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig oder Dritter; andere Leistungen erhöhen das Grundstockvermögen nur, sofern dies vom Zuwender der Leistung ausdrücklich bestimmt wird. Freie Rücklagen dürfen im Rahmen der steuerlichen Vorschriften gebildet werden.

(2) Ein Rückgriff auf das Grundstockvermögen ist nur zulässig, wenn der Stiftungszweck unter Wahrung einer sparsamen Wirtschaftsführung mittels Verwendung der Erträgnisse allein nicht zu verwirklichen ist. Der Rückgriff ist betragsmäßig auf höchstens 10% des sich aus Absatz 1 ergebenden Wertes (Grundstockvermögen zuzüglich Zustiftungen) beschränkt. Er bedarf eines einstimmigen Vorstandsbeschlusses und ist vom Stiftungsrat zu genehmigen.

(3) Die für die Erfüllung des Stiftungszweckes erforderlichen Mittel werden aus den Erträgen des Stiftungsvermögens, aus Zuwendungen und aus Spenden erbracht. Die Erträge des Stiftungsvermögens und die dem Grundstockvermögen nicht zuwachsenden Leistungen dürfen nur zur Bestreitung der laufenden Kosten der Stiftung und zur Verwirklichung des Stiftungszweckes verwendet werden; abweichend hiervon können dem Grundstockvermögen jedoch auch Erträge zum Ausgleich von inflationsbedingten Wertverlusten und die durch Rückgriffe gemäß § 3 Absatz 2 entstandenen Entnahmen zugeführt werden.

(4) Das Stiftungsvermögen ist mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns zu verwalten. Die Vermögensverwaltung unterliegt den zwischen der Stiftung und dem beauftragten Verwalter vertraglich festgeschriebenen Grundsätzen, Anlagerichtlinien und Vorgaben zur Rechenschaftslegung.

§ 4 Organe der Stiftung

(1) Organe der Stiftung sind der Vorstand und der Stiftungsrat.

(2) Die Stiftung kann das geschäftsführende Vorstandsmitglied durch Dienstvertrag anstellen. In diesem Fall erhält das geschäftsführende Vorstandsmitglied für seine Tätigkeit eine angemessene Vergütung. Die übrigen Mitglieder der Organe üben ihre Tätigkeit grundsätzlich ehrenamtlich aus. Sie können eine Erstattung von Aufwendungen, die im Rahmen ihrer Amtstätigkeit anfallen, auch ohne Einzelnachweis erhalten, wenn der Erstattungsbetrag die tatsächlich angefallenen Aufwendungen offensichtlich nicht übersteigt. Die Mitglieder des Stiftungsrates können für ihre Tätigkeit eine angemessene, pauschale Aufwandsentschädigung erhalten.

§ 5 Geschäftsjahr, Rechenschaftspflicht

(1) Geschäftsjahr der Stiftung ist das Kalenderjahr.

(2) Für jedes Geschäftsjahr erstellt der Vorstand einen Jahresabschluss. Die Erstellung erfolgt nach den Grundsätzen des dritten Buches des HGB innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf jeden Geschäftsjahres. Der Jahresabschluss ist nach Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer vom Stiftungsrat zu genehmigen.

(3) Der geprüfte Jahresabschluss ist der Stiftungsaufsicht und dem Verwaltungsrat der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig auszuhändigen.

§ 6 Vorstand

(1) Der Vorstand besteht mindestens aus drei Personen. Ihm gehören an:

• ein – auch ehemaliger – leitender Mitarbeiter der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig,
• ein weiterer Mitarbeiter der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig oder ein ehemaliger Mitarbeiter der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig oder ein Mitarbeiter einer Stiftung der Sparkasse Leipzig als geschäftsführendes Mitglied,
• ein oder mehrere weitere(s) Mitglied(er).

(2) Die Bestellung von Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Stiftungsrat. Die Beschlussfassung über die Bestellung von Vorstandsmitgliedern hat bei Zeitablauf, vorangegangener außerordentlicher Abberufung, bei Amtsniederlegung eines Vorstandsmitgliedes oder bei sonstiger Beendigung des Vorstandsamtes zu erfolgen. Soweit der Vorstand aus mindestens noch drei wirksam bestellten Mitgliedern (darunter dem geschäftsführenden Vorstand) besteht, ist der Stiftungsrat in der Entscheidung frei, ob und wie viele Vorstandsmitglieder er bestellen möchte. Die Amtszeit jedes bestellten Vorstandsmitglieds beträgt fünf Jahre. Wiederbestellung ist zulässig. Mitglieder des Vorstands dürfen nicht gleichzeitig dem Stiftungsrat angehören.

(3) Die Mitglieder des Vorstands wählen aus ihrer Mitte für den Zeitraum von fünf Jahren einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden.

(4) Nach Ablauf der Amtszeit führen die Mitglieder des Vorstands die Geschäfte bis zum Amtsantritt der neu Bestellten fort. Die Mitglieder des Vorstands können vor Ablauf ihrer Amtszeit vom Stiftungsrat aus wichtigem Grund abberufen werden. Scheidet ein Mitglied des Vorstands vor Ablauf seiner Amtszeit aus, so wird für den Rest der Amtszeit durch den Stiftungsrat ein Nachfolger bestellt.

(5) Der Vorstand wird vom Vorsitzenden mindestens zweimal im Jahr unter Einhaltung einer 14-tägigen Frist einberufen. Die Einberufung soll schriftlich unter Angabe der Tagesordnung erfolgen.

§ 7 Aufgaben des Vorstandes

(1) Der Vorstand führt die laufenden Geschäfte der Stiftung im Rahmen seiner vom Stiftungsrat gegebenen Geschäftsordnung. Das geschäftsführende Mitglied des Vorstandes führt die laufenden Geschäfte der Stiftung im Rahmen der vom Stiftungsrat gegebenen Geschäftsordnung und gemäß den Beschlüssen des Gesamtvorstands. Der Vorsitzende des Vorstands und das geschäftsführende Mitglied des Vorstands vertreten die Stiftung gerichtlich und außergerichtlich. Sie haben die Stellung eines gesetzlichen Vertreters bzw. eines gesetzlichen Stellvertreters. Die Genannten sind jeweils alleinvertretungsbefugt. Der Vorstandsvorsitzende und der geschäftsführende Vorstand sind von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Bei Verhinderung des Vorstandsvorsitzenden gelten vorstehende Sätze 3 bis 5 auch für dessen Stellvertreter.

(2) Der Vorstand hat insbesondere folgende Aufgaben:

a) Vorlage eines jährlichen Wirtschaftsplanes zur Verwaltung und Anlage des Stiftungsvermögens,

b) Vorlage eines jährlichen Wirtschafsplanes zur Vergabe der Erträgnisse des Stiftungsvermögens,

c) Buchführung über Bestand und Veränderungen des Stiftungsvermögens sowie über die Einnahmen und Ausgaben der Stiftung,

d) Vorlage des geprüften Jahresabschlusses (vgl. § 5 Absatz 2 und 3),

e) Anzeige jeder Änderung der Zusammensetzung des Vorstands und des Stiftungsrates an die Stiftungsbehörde,

f) Vorbereitung und Ausführung der Beschlüsse des Stiftungsrates.

(3) Der Vorstand kann sich zur Erfüllung seiner Aufgaben Dritter bedienen, sofern der Umfang der Verwaltungsaufgaben dies rechtfertigt. Er kann – gegebenenfalls gemeinsam mit der Medienstiftung der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig und/oder künftig mit von der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig gegründeten weiteren Stiftungen – insbesondere eine angemessene Geschäftsstelle einrichten und Arbeitnehmer anstellen. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied darf einen der Leitungstätigkeit angemessenen Dienstvertrag erhalten. Die übrigen Mitglieder des Vorstands und des Stiftungsrats können nicht Angestellte der Stiftung sein. Zur Vermeidung unangemessen hoher Verwaltungskosten darf eine Vergütung von Bediensteten der Stiftung die Grenzen des sachlich Angemessenen nicht überschreiten.

§ 8 Beschlüsse des Vorstands

(1) Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn er ordnungsgemäß einberufen wurde und mindestens die Hälfte seiner Mitglieder anwesend ist.

(2) Der Vorstand fasst seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden, im Falle seiner Verhinderung die des stellvertretenden Vorsitzenden den Ausschlag.

(3) Zur Wirksamkeit von Beschlüssen im schriftlichen Umlaufverfahren ist die Zustimmung aller Mitglieder des Vorstands zu diesem Verfahren notwendig. Für die notwendigen Beschlussmehrheiten gilt Absatz 2 entsprechend.

(4) Die Vornahme bestimmter Rechtsgeschäfte, die der vorherigen Zustimmung des Stiftungsrats bedürfen, wird durch die Geschäftsordnung für den Vorstand vom Stiftungsrat geregelt.

§ 9 Stiftungsrat

(1) Der Stiftungsrat besteht aus mindestens elf Mitgliedern. Ihm gehören mindestens an:

a) der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig als Vorsitzender des Stiftungsrates,

b) der Vorsitzende des Vorstands der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig oder ein vom Vorstand der der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig bestelltes Mitglied als Erster stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates,

c) drei weitere – auch stellvertretende und ehemalige – Mitglieder des Vorstandes der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig, die von diesem gewählt werden,

d) mindestens sechs weitere vom Verwaltungsrat der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig für die Dauer von fünf Jahren gewählte Mitglieder. Mindestens vier dieser Mitglieder des Stiftungsrates sollen über Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Umwelt, Kultur und Soziales verfügen; sie dürfen weder dem Verwaltungsrat der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig noch der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig angehören. Aus dem Kreis dieser Mitglieder wählt der Stiftungsrat den Zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des Stiftungsrates. Die erstmalige Bestellung dieser Mitglieder erfolgt abweichend von Satz 1 durch die Stifterin.

e) Der Verwaltungsrat der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig kann den Stiftungsrat jederzeit um weitere Mitglieder aufstocken, die dann der unter lit. d) bezeichneten Gruppe zuzuordnen sind und deren Amtszeit fünf Jahre beträgt.

(2) Der Stiftungsrat wird vom Vorsitzenden bzw. der Vorsitzenden mindestens einmal im Jahr unter Einhaltung einer einmonatigen Frist einberufen. Die Einberufung erfolgt schriftlich unter Angabe der Tagesordnung. Einzelheiten über die Einberufung und das Verfahren bei den Sitzungen regelt die Geschäftsordnung des Stiftungsrates.

§ 10 Aufgaben des Stiftungsrates

(1) Der Stiftungsrat überwacht die Geschäftsführung des Vorstands und bestimmt die Richtlinien der Stiftungsarbeit.

(2) Der Stiftungsrat hat insbesondere folgende Aufgaben:

a) Wahl und Abberufung sowie Entlastung der Vorstandsmitglieder (§ 6 Absatz 1 und 3);

b) Genehmigung der vom Vorstand vorgelegten jährlichen Wirtschaftspläne und des geprüften Jahresabschlusses (§ 7 Absatz 2);

c) Erlass der Richtlinien für die Vergabe von Stiftungsmitteln (§ 2 Absatz 2); Aufstellen einer mittelfristigen Vorausschau sowie Erlass der Geschäftsordnungen für den Vorstand und für sich selbst;

d) Festlegung des Wirtschaftsprüfers (§ 5 Absatz 2);

e) Genehmigung der Annahme von Zuwendungen, die mit Bedingungen oder Auflagen verbunden sind;

f) Satzungsänderungen und Entscheidungen über die Auflösung der Stiftung sowie ihre Zusammenlegung mit anderen Stiftungen.

§ 11 Beschlüsse des Stiftungsrates

(1) Der Stiftungsrat ist beschlussfähig, wenn er ordnungsgemäß berufen wurde und mindestens die Hälfte seiner Mitglieder anwesend sind. Beschlüsse können im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst werden, wenn sich alle Mitglieder des Stiftungsrates mit diesem Verfahren einverstanden erklären.

(2) Vorbehaltlich der in Satz 3 getroffenen Regelung fasst der Stiftungsrat seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder bzw. im Umlaufverfahren mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden bzw. im Falle seiner Verhinderung die des Ersten Vorsitzenden; sollten sowohl der Vorsitzende als auch der Erste Vorsitzende des Stiftungsrates verhindert sein, gibt die Stimme des Zweiten Stellvertretenden Vorsitzenden den Ausschlag. Beschlüsse über Satzungsänderungen, die Auflösung der Stiftung und ihre Zusammenlegung mit anderen Stiftungen bedürfen einer ¾-Mehrheit aller – nicht nur der anwesenden – Mitglieder des Stiftungsrates; diese Entscheidungen bedürfen der Zustimmung des Stiftungsvorstandes sowie der Genehmigung des Verwaltungsrates der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig, der Stiftungsbehörde und der Finanzverwaltung.

§ 12 Auflösung und Zusammenlegung der Stiftung, Änderung von Stiftungszweck und Satzung

(1) Die Auflösung der Stiftung, die Zusammenlegung mit einer anderen Stiftung und die Änderung des Stiftungszwecks sind auch ohne wesentliche Veränderungen der Verhältnisse zulässig, soweit gemeinnützige Zwecke weiterhin verfolgt werden.

(2) Satzungsänderungen, die den Zweck der Stiftung betreffen, sind nur zulässig, soweit der neue Stiftungszweck vom zuständigen Finanzamt ebenfalls als gemeinnützig im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung anerkannt wird.

(3) Satzungsänderungen, die den Zweck der Stiftung nicht betreffen, sind zulässig, sofern sie sachgerecht sind und zwingenden gesetzlichen Bestimmungen nicht widersprechen.

§ 13 Anfall des Stiftungsvermögens

Bei Auflösung der Stiftung oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke ist das Vermögen zu steuerbegünstigten Zwecken zu verwenden. Beschlüsse über die zukünftige Verwendung des Vermögens dürfen erst nach Einwilligung der Finanzbehörden ausgeführt werden. Falls möglich, soll das Vermögen den Gewährträgern der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig nach dem im „Vertrag über die Gewährträgerschaft der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig“ festgelegten Schlüssel mit der Maßgabe zukommen, das Stiftungsvermögen unmittelbar und ausschließlich für die in § 2 genannten Zwecke zu verwenden. Eine Rückgabe von Stiftungsmitteln an die Stadt- und Kreissparkasse Leipzig oder an deren Rechtsnachfolger ist ausgeschlossen.

§ 14 Inkrafttreten

Die geänderte Satzung tritt unmittelbar nach der Genehmigung beziehungsweise einer sonstigen Einverständniserklärung durch die Stiftungsbehörde, die Finanzverwaltung, durch den Verwaltungsrat der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig und durch den Stiftungsvorstand sowie durch die Stadt- und Kreissparkasse Leipzig als Stifterin in Kraft.

Leipzig, 5. Oktober 2015

Stiftungssatzung als PDF-Download.

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Förderprojekte

Auf dieser Seite finden Sie Beispiele von Projekten und Veranstaltungen der Kultur- und Umweltstiftung.

Zusätzlich sind alle Projekte im Zusammenhang mit dem 200. Jahrestag der Völkerschlacht thematisch in einer gesonderten Rubrik Völkerschlacht zusammengefasst.

Sie finden in dieser Rubrik ebenso eine Auswahl der aktuell und bisher geförderten Projekte der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig. Diese sind nach Jahren geordnet.

Verlängerung_Lindenallee_Eythra_5 (Gunter Arndt)

Röthaer_Raben_Theaterprojekt_1 (IG Röthaer Stadtraben n. e.  V.)

Schlosspark_Benndorf_4 (Denis Brauße)

Patrouillenritt_2013_1 (LiebDorf-1813, frühere Ritte)

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Presse

„Die Ereignisse von 1813 hautnah erleben“: Kommandant-Prendel-Ordensverleihung 2017

Kommandant-Prendel-Orden würdigt Engagement zur Erinnerung an die Völkerschlacht

Eine Corona ist laut Duden eine „Ansammlung von Menschen, die gemeinsam etwas unternehmen“. Oder auch „eine fröhliche Schar“. Auf die Festcorona anlässlich der Verleihung des Kommandant-Prendel-Ordens, die Stephan Seeger, Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig, in der Museumsscheune Liebertwolkwitz begrüßte, trafen gleich beide Beschreibungen zu. Als Gastgeber fungierte – neben der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig – der Interessenverein Völkerschlacht bei Leipzig 1813 e. V. in Gestalt von Wolf-Dieter Schmidt, Präsident des Vereins und Träger des Kommandant-Prendel-Ordens.

Die Ordensträger 2017 (v.l.n.r.): Peter Mechler, Oberst Prof. Dr. Kurt Anton Mitterer, Ralf Hiller, Dr. Reinhard Münch und Tobias Reh.

Der Orden hat sich in kurzer Zeit internationales Renommee bei den Männern und Frauen, die sich zum Teil seit vielen Jahren um die Erinnerung an die Völkerschlacht verdient gemacht haben, erworben. Dies zeigt auch die Schar der inzwischen Geehrten, unter denen sich Russen, Franzosen und seit Freitag auch ein Österreicher befinden. Zusätzlich „geadelt“ wurde die diesjährige Feierstunde durch die Teilnahme von Franz Friedrich Prinz von Preußen. „Ich bin gern hier. Ich wusste nicht, welches Ausmaß das Geschichtserlebnis hier hat“, sagte er nach einem Spaziergang durch „ein Dorf im Jahr 1813″: „Ich bin begeistert. Man muss sich an die Geschichte erinnern und die Kultur fördern.“

Kreuzträger Stephan Seeger (Geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung sowie Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig), Medaillenträger Peter Mechler, Kreuzträger Oberst Prof. Dr. Kurt Anton Mitterer, Medaillenträger Ralf Hiller, Kreuzträger Dr. Reinhard Münch, Medaillenträger Tobias Reh und Gabriele Greiner (Vorstandsvorsitzende der Kultur- und Umweltstiftung).

2014 ins Leben gerufen, erinnert der Prendel-Orden einerseits an Victor Anton Franz von Prendel. Dieser Österreicher im Dienste des Zaren musste als Leipziger Stadtkommandant nach der Völkerschlacht „Menschen zum friedvollen Miteinanderleben bringen, die sich eben noch auf dem Schlachtfeld gegenüber standen“, wie Seeger es in seinen Eingangsworten beschrieb. Zum anderen ehrt der Orden Menschen, die sich heute um die Erinnerung an die Völkerschlacht bemühen – dies auch ein gemeinsames Ziel der am Freitag versammelten Runde.

Ordenskreuzträger Stephan Seeger (Geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung und Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig) begrüßte die Gäste der Ordensverleihung 2017 im Kutschenraum der Liebertwolkwitzer Museumsscheune.

Gruppenfoto von Ordensträgern und Mitgliedern des Ordenskapitels: Elena Semenisheva, Frank Hübler, Stephan Seeger, Wolfgang Gerlach, Peter Mechler, Oberst Prof. Dr. Kurt Anton Mitterer, Ralf Hiller, Dr. Reinhard Münch, Klaus Beckert, Tobias Reh, Gabriele Greiner, Martin Fiedler, Wolf-Dieter Schmidt, Thorsten Schmidt, Wolfgang Klinger, Jürgen Gentsch und Bernd Baumbach (v.l.n.r.).

Zwei davon wurden nicht nur mit dem Kommandant-Prendel-Kreuz ausgezeichnet, sondern auch als neue Mitglieder in den Orden aufgenommen: der Oberst des österreichischen Bundesheeres Prof. Dr. Kurt Anton Mitterer und Dr. Reinhard Münch, Leipziger Soziologe. Beide beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit der napoleonischen Zeit, vor allem aber auch mit der Erinnerungskultur rund um die Völkerschlacht. Seeger, selbst Oberst der Reserve der Bundeswehr, freute sich, dass mit dem „Kameraden Mitterer“ nun auch Österreich im Orden vertreten ist. „Ich möchte mich in Demut bedanken für die Ehrung“, so Mitterer, der unter anderem 2013 die Markkleeberger Ausstellung zur österreichischen Rolle während der Völkerschlacht mitverantwortet hatte. Der zweite Geehrte Reinhard Münch, der sich als Mittler zwischen Geschichtswissenschaft und breitem Publikum versteht, wollte nicht mit leeren Händen zur Auszeichnung kommen – und brachte sein am Freitag erschienenes Büchlein „Als die Hamburger für Napoleon fochten“ mit: „Ich habe einen Masterplan“, sagte er und kündigte weitere Publikationen zu den Lippern, den Nassauern und den Würzburgern während der Völkerschlacht an.

Stephan Seeger (rechts) und Gabriele Greiner (Vorstandsvorsitzende der Kultur- und Umweltstiftung) überreichen das Kommandant-Prendel-Kreuz 2017 an Prof. Dr. Kurt Anton Mitterer, Oberst des österreichischen Bundesheeres.

Wolfgang Gerlach, Kreuzträger des Ordens und Vorsitzender des Fördervereins Historisches Torhaus Markkleeberg 1813 e. V., ehrte in seiner Laudatio die Verdienste von Oberst Prof. Dr. Kurt Anton Mitterer.

Oberst Prof. Dr. Kurt Anton Mitterer bedankte sich „in Demut“ für die Verleihung des Kommandant-Prendel-Ordenskreuzes.

Die Laudatio auf den zweiten Ordenskreuzträger Dr. Reinhard Münch hielt Ordensträger Wolf-Dieter Schmidt, Präsident des Interessenvereins Völkerschlacht bei Leipzig 1813 e. V.

Dr. Reinhard Münch, ebenfalls Ordenskreuzträger 2017, bedankte sich bei den Ordensträgern Wolf-Dieter Schmidt und Frank Hübler und überreichte ihnen seine neueste Publikation „Als die Hamburger für Napoleon fochten“.

Doch auch das – vorwiegend ehrenamtliche – Engagement in der Region würdigt der Orden. Dies tut er in Form der mit 500 Euro dotierten Kommandant-Prendel-Medaille: Peter Mechler, Mitbegründer der „Felddruckerei 1813″, Ralf Hiller, Vorsitzender des Fördervereins „Körnerhaus Großzschocher“ und Tobias Reh, langjähriger Beteiligter an Gefechtsdarstellungen in ganz Europa, wurden in diesem Jahr mit der Medaille geehrt. Sie alle trügen dazu bei, „die Ereignisse von 1813 für unsere Zeit verstehbar zu machen“, lobte Gabriele Greiner, Vorstandsvorsitzende der Sparkassen-Stiftung. Dr. Rolf Jähnichen, Sächsischer Staatsminister a. D. zeigte sich erfreut über das Engagement, das in der Ordens-Gründung zum Ausdruck kam: „So hilft die Stiftung, das Traditionsbewusstsein zu erhalten – und das ist identitätsstiftend und fördert das Bürgerengagement, wie man draußen auf dem Markt sieht. Ich bin sehr beeindruckt.“

Ordenskreuzträger Frank Hübler (links) überreicht die Kommandant-Prendel-Medaille 2017 an Ralf Hiller. Rechts daneben die beiden weiteren Medaillenträger Tobias Reh und Peter Mechler.

Zum Abschluss der Festveranstaltung gratulierte Frank Hübler dem Ordenskreuzträger und Blücher-Darsteller Klaus Beckert nachträglich zu seinem 80. Geburtstag.

S.K.H. Franz Friedrich Prinz von Preußen (rechts) und Stephan Seeger im Gespräch mit Blücher-Darsteller Klaus Beckert.

Die Ordenskreuzträger Oberst Prof. Dr. Kurt Anton Mitterer, Wolfgang Gerlach und Dr. Reinhard Münch (mit seiner Gattin Britta Jannek-Münch) im Gespräch (v.l.n.r.)

Ordenskreuzträgerin Elena Semenisheva (Zweite von rechts) mit Darstellern in historischen russischen Uniformen.

Alle Fotos: Kultur- und Umweltstiftung/Volkmar Heinz

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Erich-Loest-Archiv

Erich Loest zum 90. Geburtstag – Andenken an wirkmächtigen Literaten

Medienstiftung der Sparkasse Leipzig lobt den „Erich-Loest-Preis“ aus

Am 24.2.2016 wäre Erich Loest 90 Jahre alt geworden. Für die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig Anlass, den

Erich-Loest-Preis

auszuloben. Der Preis wird erstmals am 24. Februar 2017 und dann alle zwei Jahre vergeben; er ist mit 10.000 Euro dotiert.

Stephan Seeger, geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung: „Stiftungsvorstand und Stiftungsrat ehren mit dieser Entscheidung einen wirkmächtigen Literaten, gesellschaftspolitisch denkenden Kopf, stetigen Mahner, wenn die Untiefen deutscher und deutsch-deutscher Geschichte in Vergessenheit zu drohen gerieten, und bekennenden Leipziger, dem die Geschicke seiner Stadt eine Herzensangelegenheit waren.“

Der Erich-Loest-Preis wird bevorzugt an Autoren aus Mitteldeutschland vergeben; er wird nicht ausgeschrieben. Die Auswahl der Preisträgerin/des Preisträgers erfolgt ausschließlich über die Jury, in der jedes Mitglied eine Stimme hat. Details werden in den Vergaberichtlinien festgelegt, die zurzeit ausgearbeitet und mit der Jury abgestimmt werden. Mitglieder der Jury sind: Hartwig Hochstein, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung a. D. und Mitglied des Stiftungsrates der Medienstiftung, als Vorsitzender; Dr. Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung; Dr. Thomas Brückner, Autor und Herausgeber; Jan Emendörfer, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung und Mitglied des Stiftungsrates der Medienstiftung; Ullrich Hammerschmidt, Freie Presse/Chemnitz; Prof. Dr. Josef Haslinger, Deutsches Literaturinstitut an der Universität Leipzig; Sven Felix Kellerhoff, Die Welt; Thomas Mayer, Journalist und Autor; Regine Möbius, ver.di-Bundesbeauftragte für Kunst und Kultur; Andreas Montag, Mitteldeutsche Zeitung/Halle; Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung; Linde Rotta, Schriftstellerin; Dr. Katrin Schumacher, MDR Figaro. (weitere Informationen finden Sie hier.)

Oberbürgermeister Burkhard Jung: „Leipzig und Erich Loest, welche eine Beziehung! Wie John Dos Passos und New York, James Joyce und Dublin.“

Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Vorsitzender des Stiftungsrates der Sparkassenstiftung, betont: „Leipzig und Erich Loest, welche eine Beziehung! Wie John Dos Passos und New York, James Joyce und Dublin. Erich Loest hat Leipzig nicht nur einmal zu seinem Thema gemacht. Leipzig war ‚sein‘ Thema. Er hat unsere Stadt in die Literatur des 20. Jahrhunderts eingeschrieben: ‚Völkerschlachtdenkmal‘, ‚Nikolaikirche‘, ‚Reichsgericht‘, ‚Löwenstadt‘. Mit einem weiteren Buchtitel ist alles gesagt: ‚Leipzig ist unerschöpflich‘. Der ‚Erich-Loest-Preis‘ der Medienstiftung unserer Sparkasse spricht von dieser einzigartigen Beziehung eines Autors zu seiner Stadt.“

Linde Rotta: „Sein Schreiben blieb stets Mahnung zur Wachsamkeit, niemals wieder unsere demokratische Freiheit aufs Spiel zu setzen.“

Über die Entscheidung der Stiftungsgremien freut sich seine Lebensgefährtin Linde Rotta: „… ‚und was du siehst, das schreibe in ein Buch‘ (Off. Joh. I, 11) – obwohl kein praktizierender Christ, könnte kein Wort besser den geistigen Auftrag erklären, an den Erich Loest sich literarisch gebunden sah. Zwei durchlittene Diktaturen hatten ihn zum tief überzeugten Demokraten geläutert. Sein Schreiben blieb stets Mahnung zur Wachsamkeit, niemals wieder unsere demokratische Freiheit aufs Spiel zu setzen. Lügen, Taktierereien, Sonntagsreden waren seine Sache zu keiner Zeit, literarische Manierismen verabscheute er zutiefst. Sein Prinzip: Das deutliche Wort. Charakterliche Geradlinigkeit, eine klare moralische Haltung werden sein unverkennbares Markenzeichen bleiben.“

Dr. Harald Langenfeld: „Erich Loests Stimme fehlt uns, gerade jetzt, gerade heute.“

Erich Loest war Gründungsmitglied der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig und gab ihr über viele Jahre als Stiftungsratsmitglied wichtige Impulse. Am Sitz der Leipziger Sparkassen-Stiftungen, der Villa Ida, wird sein literarischer Nachlass gepflegt und bewahrt. Die Bedeutung des Autors für die Stiftung erklärt Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig und der Medienstiftung: „Erich Loests Stimme fehlt uns, gerade jetzt, gerade heute. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie er, der wie kaum ein anderer die jüngere deutsche Geschichte durchlebt und erlitten hat, die Ereignisse, die sich seit geraumer Zeit beinahe jeden Montag auf den Straßen Dresdens, Leipzigs und an anderen Orten abspielen, kommentiert hätte. Erich Loest war unseren Stiftungen langjähriger Begleiter, Förderer, Mäzen und treuer Freund. Es ist unserer Medienstiftung Ehre und Verpflichtung zugleich, zum 90. Geburtstag Erich Loests‘ einen Literatur-Preis seines Namens auszuloben; ein Name, der mit hervorragenden Charaktereigenschaften eines Menschen verbunden ist: Mut, Wahrheitsliebe, Unerschrockenheit, Menschlichkeit.“

Die Stadt Leipzig ehrt ihren verstorbenen Ehrenbürger durch die Benennung der Bibliothek im Stadtteil Gohlis mit dem Namen Erich-Loest-Bibliothek am 24. Februar 2016, 11 Uhr, Georg-Schumann-Straße 105, 04155 Leipzig.

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Völkerschlacht

Die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig unterstützt seit vielen Jahren das Gedenken an die Völkerschlacht. Die Stiftung ist Partner zahlreicher Projektträger im Leipziger Umland und unterstützte mit zahlreichen Förderungen Aktivitäten im ehemaligen Landkreis Leipziger Land im Gedenkjahr 2013.

Zum 200. Mal jährte sich im Oktober 2013 die Völkerschlacht bei Leipzig. Das Ereignis vom 16. bis 19. Oktober 1813 war die Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege im Kampf der alliierten Österreicher, Preußen, Russen und Schweden gegen die Truppen Napoleon Bonapartes – und eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Zukunft Europas, die die Region Leipzig ins Zentrum der Weltgeschichte rückte. Vier Tage lang waren bis zu 600.000 Soldaten an der Schlacht um die Vorherrschaft in Europa beteiligt. 100.000 getötete und verwundete Menschen zeigen die Härte der damaligen Kämpfe. Nach der Niederlage bei Leipzig musste sich der französische Kaiser nach Westen über den Rhein zurückziehen, der Weg war frei für die Neuordnung der europäischen Machtverhältnisse auf dem Wiener Kongress.

Zahlreiche Gemeinden, Vereine und Institutionen aus dem Südraum Leipzigs arbeiteten zum Teil mehrere Jahre intensiv und mit sehr viel Engagement daran, den 200. Jahrestag der Völkerschlacht angemessen zu würdigen: Mehrere Ausstellungen, beispielsweise im Sanitäts- und Lazarettmuseum Seifertshain oder dem Markkleeberger Torhaus verwiesen auf die historische Dimension des Ereignisses. Entscheidende Schauplätze wurden aufwändig restauriert. Tausende Menschen beteiligten sich an einer historischen Nachstellung der Schlacht (Reenactment) oder einzelnen Facetten wie den Patrouillenritten zwischen den Truppenteilen und ihren Quartieren.

Ein Gedenktreffen in Leipzig und Rötha, 1813 das Hauptquartier der gegen Napoleon verbündeten Heere, war einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten im Oktober 2013: Nachkommen der 1813 maßgeblich in die Geschehnisse involvierten Fürstenhäuser folgten der Einladung der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig und des Fördervereins Rötha – Gestern. Heute. Morgen. e. V., um am historischen Ort gemeinsam der Gefallenen der Völkerschlacht zu gedenken. Das Treffen hielt die Erinnerung an das Jahr 1813 – jedoch ebenso an das Jahr 1913, den Vorabend des 1. Weltkrieges – wach. Es gemahnte uns an die Zerbrechlichkeit des Friedens in Europa gerade auch in der heutigen Zeit europäischer Finanz-, Wirtschafts- und Identitätskrisen. Für das Gedenktreffen an die Völkerschlacht in Leipzig und Rötha übernahm die Stiftung selbst gemeinsam mit dem Förderverein Rötha – Gestern. Heute. Morgen. e. V. die Gastgeberrolle.

In einem gemeinsamen Kommuniqué, das im Verlauf der Gedenkveranstaltungen im „Mediencampus Villa Ida“ unterzeichnet wurde, betonten die Repräsentanten der Fürstenhäuser: „Wir haben in Leipzig erlebt, wie die Kämpfe unserer Vorväter Erfüllung finden, indem die Feindschaft erlischt. Wir wünschten, dass Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft, in Wirtschaft und Medien ihr Handeln, den Bürgern und Gästen Leipzigs folgend, darauf ausrichteten, das gemeinsame Haus Europa in seinem Umfeld zu befrieden und in seinen Fundamenten zu stärken“.

In eben jenem historischem Bewusstsein und im Geiste des gemeinsamen Hauses Europa, halten Bürgerinnen und Bürger in Vereinen und Verbänden die Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig lebendig. Im Ansinnen, ihre verdienten Vertreterinnen und Vertreter zu ehren, stiftet die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig seit 2015 den Kommandant-Prendel-Orden. Ausgezeichnet mit dem Kommandant-Prendel-Orden können nur Männer und Frauen werden, die sich in nationalen und internationalen Vereinen und Verbänden seit vielen Jahren kontinuierlich ehrenamtlich in der Region Leipzig engagieren, um die Erinnerung an die Ereignisse der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 wachzuhalten.

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Kontakt

Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig
Menckestraße 27
D-04155 Leipzig

Tel.: +49 341 – 5629 661
Fax: +49 341 – 5629 663

info(at)kultur-und-umweltstiftung.de

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Die „Freiherrlich von Friesen’sche Schlossbibliothek Rötha“ – ein bedeutsames sächsisches Kulturdenkmal

Das ehemalige Schloss der Freiherren von Friesen in Rötha war zur Zeit der Völkerschlacht 1813 nicht nur Hauptquartier und Ort der Entscheidungen der alliierten Monarchen, Zar Alexander I. von Russland, Kaiser Franz I. von Österreich und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, es beherbergte neben einer der umfangreichsten Porträt-Gemäldesammlungen auch eine der bedeutendsten, über Jahrhunderte entstandenen Bibliotheken Sachsens. Der Ruf der Schlossbibliothek Rötha war so weitreichend, dass er bis nach Berlin gelangte. Jedenfalls machte Friedrich der Große auf dem Eilmarsch mit seiner Armee von Schlesien nach Rossbach – wo er bekanntlich die Reichsarmee schlug – Ende Oktober 1757 in Rötha Halt, wo er auch übernachtete. Er begehrte unbedingt die Schlossbibliothek zu sehen und ist dann lange in einem Buch lesend im Schloßpark spazieren gegangen. Die Hausherrin, die ihren abwesenden Gemahl vertrat, Christine Jakobine von Friesen geb. Gräfin Werthern, hat diese Begebenheit und ihre Konversation mit dem König von Preußen in einem ausführlichen Bericht der Nachwelt erhalten.

Das nun hier gezeigte, digitale 3D-Modell des Schlosses Rötha in seiner Form von 1669 soll eine Vorstellung von diesem für Rötha einst so bedeutsamen Gebäude geben. Das Modell ist im Werden und wird über die kommenden anderthalb Jahre Verbesserungen (Perspektiven, Außengelände mit Einfügung kleiner Pleiße sowie Anpassung der Turmbekrönung) und Ergänzungen erfahren.

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Skizze des ehemaligen Schlossareals von Heinrich Freiherr von Friesen. Nach den Erinnerungen Heinrich Freiherr von Friesens gestalten wir im kommenden Jahr das Umfeld des Schlosses im Modell nach.

Technischer Hinweis: In der Originalversion der 3D-Animation ist der automatische Abspielmodus auf verzögerungsfreie Wiedergabe optimiert. Um jedoch die Ladezeiten, die je nach technischen Voraussetzungen (Internetverbindung, Konfiguration des PCs) unterschiedlich hoch ausfallen können, für einen möglichst großen Anwenderkreis so weit wie möglich zu minimieren, wurde der automatische Ablauf der Onlineversion entsprechend angepasst.

„Mit der visuellen Wahrnehmung kann dem Betrachter erstmalig gezeigt werden, was von einer geschichtlich vollkommen verblendeten und barbarischen Ideologie zerstört wurde“, stellt Heinrich Freiherr von Friesen fest, letzter auf Schloss Rötha geborener Nachfahre der Familie. Ihm sei Rötha „mein Paradies“ gewesen, so Freiherr von Friesen: Der Baukörper des Schlosses, als „Hymnus auf den Westfälischen Frieden“, 1669 in dieser Form errichtet, strahle „ein vollkommenes Ebenmaß aus, fast schmucklos, ohne jegliche Ausladung, hoch repräsentativ, aber ohne jeglichen Prunk.“

Von 1592 bis 1945 residierte die Familie von Friesen, ab 1653 als Reichs-Freiherren, im Schloss zu Rötha. Der Bauherr des in der Animation dargestellten 1669 geschaffenen Schlosses Karl von Friesen wirkte als Präsident des Obersten Konsistorialgerichts in Leipzig und vertrat nach dem Westfälischen Frieden von 1648 sächsische Interessen beim Reichstag in Regensburg. Heinrich Friedrich Graf von Friesen (1681-1739) war königlich-polnischer und kursächsischer Geheimer Kabinettsminister, Generalleutnant und Gouverneur zu Dresden, Johann Georg Friedrich Freiherr von Friesen (1757-1824) war Oberkammerherr, Geheimer Rat und Oberaufseher der Kunstsammlungen und der Bibliothek in Dresden, Friedrich Freiherr von Friesen (1796-1871) wurde Mitglied und Präsident der 1. Kammer des Sächsischen Landtags.

Mit der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone wurde die Familie enteignet und floh in den Westen. Heinrich Freiherr von Friesen bemüht sich seit 1990 um die Restitution des auf mehrere sächsische Bibliotheken verteilten Buchschatzes. Die seit 1990 restituierten Bücher sowie seine Eigentumsrechte an allen eindeutig der Schlossbibliothek zuzuordnenden Bücher und Handschriften überließ er, nach Zustimmung des Stiftungsrates und Abschluss der Vertragsverhandlungen im April 2014, mit Unterzeichnung des „Vertrages über die Errichtung des ,Freiherrlich von Friesen´sche Schlossbibliothek Rötha´- Fonds“ am 28. Mai 2014 der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, nachdem er bereits 2008 wesentliche Teile der eingangs erwähnten Gemäldesammlung dem Freistaat Sachsen in einer unselbstständigen Stiftung überlassen hatte (mehr dazu).

Heinrich Freiherr von Friesen wünscht sich langfristig eine Rücküberführung der Bibliothek nach Rötha: „Mir ist bewusst, dass hierzu eine Lösung gefunden werden muss, die unter denkmalpflegerischen, konservatorischen und archivarischen Gesichtspunkten den historischen Buchbestand auf Dauer sichert – und dass eine solche Lösung Zeit benötigt. Deshalb stimme ich der nun geschlossenen Kooperationsvereinbarung ausdrücklich zu.“

Die Stiftung verpflichtete sich, die Bibliothek nach Rötha zu überführen, sobald dort eine für die Aufnahme der Bestände geeignete, dem historischen Kontext zwischen ehemaligem Schloss, seiner Bibliothek und der Familie der Freiherren von Friesen angemessene Unterbringungsmöglichkeit besteht.

Zur Zusammenführung der Bibliotheksbestände hat die Stiftung eine Kooperationsvereinbarung mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) sowie dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen geschlossen. Diese sieht vor, dass die wohl noch existierenden 4.000 Bände der einst über 10.000 Werke umfassenden Bibliothek, soweit noch nicht geschehen identifiziert, und in der SLUB zusammengeführt werden.

Dazu gehören 1.361 an Freiherr Heinrich von Friesen restituierte Bände, 87 Bände mit unsicherer Provenienz sowie 1.038 weitere fragliche Bände, die sich bereits im Bestand der SLUB befinden. Hinzu kommen circa 800 Bände, die derzeit, ebenso wie ein Gesamtkatalog der Schlossbibliothek, im Landesamt für Denkmalpflege aufbewahrt werden. Weitere Bestände werden in anderen Bibliotheken, unter anderem der Universitätsbibliothek Leipzig, vermutet.

In der SLUB sollen die Katalogbände von 1905/06 digitalisiert werden, die Bestände zugeordnet, verifiziert und inventarisiert sowie die Bücher im Lesesaal der SLUB interessierten Bibliotheksnutzern zugänglich gemacht werden. Die Kultur- und Umweltstiftung unterstützt die wissenschaftliche Aufarbeitung finanziell und fördert die Präsentation der Bestände. Zum einen soll eine Publikation über die ‚Freiherrlich von Friesen’sche Schloßbibliothek Rötha‘ entstehen. Zum anderen soll durch das 3D-Modell des Schlosses Rötha – und eine spätere Verknüpfung zu den SLUB-Datenbanken – Aufmerksamkeit auf die jahrhundertealten Bibliotheksbestände gelenkt werden.

„Damit wird der bisher verstreute, noch vorhandene historische Buchbestand wieder in großem Umfang an einem Ort zusammengefasst, die Prioritätensetzung der verschiedenen Sammler der Freiherren von Friesen über die Jahrhunderte hinweg nachvollziehbar und die Korrespondenzen zwischen einzelnen Bänden erlebbar. Die Stiftung und die Öffentlichkeit können Heinrich Freiherrn von Friesen für den verantwortungsvollen, altruistischen Umgang mit seinem restituierten Vermögen zur Bewahrung des kulturellen Erbes in der Region nicht genug danken“, erläutert Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land.

Wappen der Reichsfreiherren von Friesen

Wappen der Reichsfreiherren von Friesen
Original aus der Urkunde zur Erhebung in den Reichsfreiherrenstand durch Kaiser Ferdinand III. im Jahre 1653

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