Pressemitteilung 25.07.2017: Historische Bibliothek wird schrittweise wiedervereint

Zusammenführung der ehemaligen Schlossbibliothek Rötha weist erste Erfolge auf

Leipzig/Rötha/Dresden, der 25. Juli 2017. Nach einem Jahr intensiver Arbeit sind bei der Zusammenführung der Freiherrlich von Friesen’schen Schlossbibliothek Rötha, gefördert durch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, erste Erfolge sichtbar: Insgesamt etwa 3.300 Bücher mit sicherer oder vermutlicher Herkunft aus Rötha haben bereits ihren Platz in den Magazinregalen der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) gefunden. Einst umfasste die Bibliothek wohl über 10.000 Bände. Mehr dazu …

25.07.2017


Pressemitteilung 13.07.2017: Ein Flügel auf Reisen

Instrument im Pegauer Volkshaus wird Dank Förderung restauriert

Leipzig/Pegau, der 13. Juli 2017. Der Flügel aus dem Volkshaus Pegau erhält dank einer Förderung über 5.000 Euro der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig eine umfassende Restaurierung. „Der Flügel, gefertigt von der Firma Heyl aus Borna, ist ein hochwertiges historisches Instrument, das nur durch eine umfassende Reparatur auch in Zukunft weiter genutzt werden und die Pegauer mit seinem Klang erfreuen kann“, so Gabriele Greiner, Vorstandsvorsitzende der Stiftung, zu den Beweggründen für die Förderung. Mehr dazu …

13.07.2017


Pressemitteilung 06.07.2017: Umfassende Schönheitskur für den Röthaer Schlossteich

Durch die Sparkassenstiftung geförderte Sanierung des Teiches startet im Herbst mit Entschlammung

Leipzig/Rötha, der 6. Juli 2017. Die bereits in den vergangenen Jahren dank maßgeblicher Unterstützung durch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig schrittweise Wiederherstellung des Schlossparkes zu Rötha wird am Schlossteich fortgesetzt. Die von der Stadt Rötha geplante Sanierung des Teiches fördert die Stiftung mit 10.000 Euro. Der symbolische Scheck wurde bei einem Pressetermin am Schlossteich durch den Geschäftsführenden Vorstand der Stiftung Stephan Seeger an Röthas Bürgermeister Stephan Eichhorn übergeben. Der Schlossteich gehört zum historisch bedeutsamen Ensemble des 1969 gesprengten Schloss der Freiherren von Friesen. Das Schloss erlangte Berühmtheit als Hauptquartier der gegen Napoleon alliierten Mächte während der Völkerschlacht bei Leipzig 1813. „Die Bemühungen in der Stadt Rötha, historisch bedeutsame Schauplätze zu erhalten und zu pflegen, begleiten wir schon seit vielen Jahren“, kommentiert Stephan Seeger die Förderung: „Nachdem bereits Projekte um das ehemalige Röthaer Schloss sowie der Schlosspark durch uns gefördert wurden, soll nun auch der Schlossteich seine längst überfällige Pflege erhalten“, so Seeger weiter.

Stephan Seeger, geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung (rechts im Bild) übergibt den symbolischen Scheck über 10.00 Euro an Röthas Bürgermeister Stephan Eichhorn. Im Hintergrund der Schlossteich. (Foto: Kultur- und Umweltstiftung)

Stephan Seeger, geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung (rechts im Bild) übergibt den symbolischen Scheck über 10.00 Euro an Röthas Bürgermeister Stephan Eichhorn. Im Hintergrund der Schlossteich. (Foto: Kultur- und Umweltstiftung)

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06.07.2017


Pressemitteilung 19.06.2017: Erinnerungen erhalten

Kultur- und Umweltstiftung macht mit ihrer Förderung die Restaurierung einer Gefallenen-Gedenktafel möglich

Leipzig/Frohburg, der 19. Juni 2017. Mit 6.000 Euro fördert die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land eine Gedenktafel für Gefallene des Ersten Weltkrieges im Frohburger Ortsteil Benndorf. „Der Förderverein Rittergut Benndorf e. V. engagiert sich schon seit vielen Jahren für den Erhalt historisch bedeutsamer Gebäude und Anlagen im Ort“, erklärt Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Sparkassenstiftung: „Damit auch das Gedenken an die Gefallenen aus Benndorf erhalten bleibt, unterstützen wir den Verein bei der Restaurierung.“ Mehr dazu …

19.06.2017


Pressemitteilung 12.06.2017: Im Zeichen des Einigungsgedankens

Das 11. Schillerfest in Kahnsdorf wird durch die Kultur- und Umweltstiftung ermöglicht

Leipzig/Frohburg, der 12. Juni 2017. Vom 16. bis zum 18. Juni findet das Schillerfest im Rittergut Kahnsdorf statt, das mit 2.500 Euro durch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig gefördert wird. Die elfte Ausgabe des Festes steht, erstmals organisiert durch den Pro Regio e. V., unter dem Motto „Freude, schöner Götterfunke“. „Das Schillerfest bildete bereits in den vergangenen Jahren einen kulturellen Höhepunkt in der Region“, erklärt Gabriele Greiner, Vorstandsvorsitzende der Kultur- und Umweltstiftung. „Nicht nur die starke Verwurzelung in Kahnsdorf, sondern auch die kulturelle Vielfalt des Festes sind zwei Dinge, die wir für sehr unterstützenswert erachten“, so Greiner weiter. Mehr dazu …

12.06.2017



Stiftung

Die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land wurde im Jahre 2001 anlässlich des 175. Firmenjubiläums der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Natur und den kulturellen Reichtum im ehemaligen Landkreis Leipziger Land zu bewahren und zu fördern.

Finanzierung

Finanziert werden die Stiftungs-Projekte aus den Erträgen des Stiftungsvermögens sowie durch Zuwendungen und Spenden Dritter.

Struktur

Der Stiftungsrat ist das höchste Gremium der Stiftung. Der Stiftungsrat hat, entsprechend einem Aufsichtsrat bei Kapitalgesellschaften oder einem Verwaltungsrat bei einer Anstalt des öffentlichen Rechts, kontrollierende und beratende Funktion. Der Vorstand entscheidet über die Vergabe von Stiftungsmitteln im Rahmen der vom Stiftungsrat vorgegebenen Richtlinien.

Förderungen

Die Stiftung fördert Einzelprojekte in den Bereichen Kultur und Umwelt im ehemaligen Landkreis Leipziger Land. Bewerben können sich gemeinnützige Vereine, Schulen und Kommunen. Von der Förderung ausgeschlossen sind Projekte, die in erster Linie staatliche Aufgaben sind oder der Gemeinnützigkeit widersprechen.

Antragstellung

Förderanträge müssen folgendes enthalten:

  • Projektbeschreibung
  • Finanzierungsplan, der Eigen- und Drittmittel ausweist
  • Höhe des Förderbedarfs
  • Nachweis der Gemeinnützigkeit
  • Vereinssatzung

Anträge können bis zum 15. September eines jeden Jahres für das Folgejahr bei der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land eingereicht werden.

Sie können den beiliegenden Förderantrag nutzen:
PDF: Förderantragsformular

Die Stiftung erbittet zur Antragstellung die Nutzung dieser Formulare. Zum Ansehen bzw. Drucken benötigen Sie den Acrobat Reader von Adobe. Sollten Sie den Acrobat Reader nicht auf Ihrem PC installiert haben, können Sie ihn bei Adobe kostenlos herunterladen.

Anschrift der Stiftung

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Förderprojekte

Auf dieser Seite finden Sie Beispiele von Projekten und Veranstaltungen der Kultur- und Umweltstiftung.

Zusätzlich sind alle Projekte im Zusammenhang mit dem 200. Jahrestag der Völkerschlacht thematisch in einer gesonderten Rubrik Völkerschlacht zusammengefasst.

Sie finden in dieser Rubrik ebenso eine Auswahl der aktuell und bisher geförderten Projekte der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig. Diese sind nach Jahren geordnet.

Verlängerung_Lindenallee_Eythra_5 (Gunter Arndt)

Röthaer_Raben_Theaterprojekt_1 (IG Röthaer Stadtraben n. e.  V.)

Schlosspark_Benndorf_4 (Denis Brauße)

Patrouillenritt_2013_1 (LiebDorf-1813, frühere Ritte)

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Presse

Pressemitteilung 25.07.2017: Historische Bibliothek wird schrittweise wiedervereint

Zusammenführung der ehemaligen Schlossbibliothek Rötha weist erste Erfolge auf

Leipzig/Rötha/Dresden, der 25. Juli 2017. Nach einem Jahr intensiver Arbeit sind bei der Zusammenführung der Freiherrlich von Friesen’schen Schlossbibliothek Rötha, gefördert durch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, erste Erfolge sichtbar: Insgesamt etwa 3.300 Bücher mit sicherer oder vermutlicher Herkunft aus Rötha haben bereits ihren Platz in den Magazinregalen der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) gefunden. Einst umfasste die Bibliothek wohl über 10.000 Bände.

Im Juli vergangenen Jahres wurde zur Umsetzung dieses Projekts eine Kooperationsvereinbarung zwischen der heutigen Eigentümerin der Bibliothek, der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, sowie der SLUB und dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen geschlossen. „In den vergangenen zwölf Monaten konnten weitestgehend alle uns bekannten und bereits verifizierten Bestände der einstigen Bibliothek in die SLUB überführt werden“, freut sich Gabriele Greiner, Vorstandsvorsitzende der Kultur- und Umweltstiftung. Das vereinbarte Projekt zur Wiederherstellung der Schlossbibliothek an einem Ort liegt damit gut im Zeitplan und wird bis voraussichtlich Juni 2018 zu großen Teilen abgeschlossen sein.

Bereits zwischen 2009 und 2013 hatte die SLUB eine Recherche in ihren Beständen durchgeführt und so 1.361 Bücher gefunden, die sicher der Schlossbibliothek Rötha zugeordnet werden konnten. Diese wurden an Heinrich Freiherr von Friesen, den letzten Nachfahren der Familie von Friesen, restituiert. Freiherr von Friesen übertrug 2014 seine Eigentumsrechte an die Sparkassenstiftung. Etwa 800 weitere Bände sowie die historischen Kataloge der Sammlung befanden sich im Landesamt für Denkmalpflege. Diese wurden vollständig in die SLUB übernommen und im Magazin platziert. Bei weiteren etwa 1.100 Büchern ist die Herkunft aus Rötha noch nicht sicher belegt.

Schlossbibliothek (Privatarchiv Heinrich Freiherr von Friesen)

Blick in die Bibliothek des Schlosses Foto: Privatarchiv Heinrich Freiherr von Friesen

Inzwischen wurden durch die Mitarbeiter der SLUB die beiden Katalogbände der Schlossbibliothek aus den Jahren 1905/1906 vollständig transkribiert und digitalisiert. Sie verdeutlichen noch einmal die Bedeutung, die die von Friesen‘sche Schlossbibliothek einst hatte: Etwa 10.000 Bände sind hier verzeichnet – damit bildete der Bücherschatz der Familie von Friesen eine der wichtigsten privaten Sammlungen in ganz Sachsen.

Die zusammengetragenen Bestände werden aktuell den entsprechenden Katalogeinträgen der beiden Kataloge zugeordnet. Für etwa 1.000 Bücher ist dies bereits geschehen. Im Rahmen dieser Arbeiten wurde auch der SLUB-Katalog weiterentwickelt und modifiziert: Künftig wird hier die Provenienz des Werkes angezeigt, sodass die Bestände der „Freiherrlich von Friesen’schen Schlossbibliothek zu Rötha“ eindeutig zugeordnet werden können.

Weitere Schritte sind nun die Herkunftsverifizierung der bisher als fraglich eingestuften Bestände in der SLUB sowie die Ermittlung von noch fehlenden Büchern. Außerdem sollen die Werke im Lesesaal der SLUB interessierten Bibliotheksnutzern zugänglich gemacht werden. Langfristig ist eine Überführung der Bibliothek zurück an ihren historischen Standort in Rötha angestrebt, sofern eine dafür geeignete Unterbringung vorhanden ist.

Um auf Schloss und Bibliothek aufmerksam zu machen, zeigt die Internetseite der Kultur- und Umweltstiftung ebenfalls seit 2016 ein 3D-Modell des Schlosses Rötha in seiner Form von 1669. „Das Modell soll dem Betrachter eine Vorstellung davon geben, wie dieses für Rötha so bedeutsame Gebäude einst aussah“, erklärt Gabriele Greiner. Aktuell ist das Schloss bereits mitsamt Außenfassade und Umgebung online zu sehen (zum Schlossmodell).

3-D-Modell_Schloss_Rötha (Martin Fiedler)

3-D-Modell des ehemaligen Schlosses Rötha (erstellt durch rüstungsschmie.de)

Hintergrund:
Die Schlossbibliothek Rötha galt einst als eine der wertvollsten Privatbibliotheken Sachsens. Die Bibliothek wurde jedoch im Zuge der Enteignung der von Friesens nach 1945 auf zahllose Bibliotheken in Ostdeutschland verteilt. Das Schloss selbst wurde 1969 von den kommunistischen Machthabern gesprengt.

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Erich-Loest-Archiv

Erich Loest zum 90. Geburtstag – Andenken an wirkmächtigen Literaten

Medienstiftung der Sparkasse Leipzig lobt den „Erich-Loest-Preis“ aus

Am 24.2.2016 wäre Erich Loest 90 Jahre alt geworden. Für die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig Anlass, den

Erich-Loest-Preis

auszuloben. Der Preis wird erstmals am 24. Februar 2017 und dann alle zwei Jahre vergeben; er ist mit 10.000 Euro dotiert.

Stephan Seeger, geschäftsführender Vorstand der Medienstiftung: „Stiftungsvorstand und Stiftungsrat ehren mit dieser Entscheidung einen wirkmächtigen Literaten, gesellschaftspolitisch denkenden Kopf, stetigen Mahner, wenn die Untiefen deutscher und deutsch-deutscher Geschichte in Vergessenheit zu drohen gerieten, und bekennenden Leipziger, dem die Geschicke seiner Stadt eine Herzensangelegenheit waren.“

Der Erich-Loest-Preis wird bevorzugt an Autoren aus Mitteldeutschland vergeben; er wird nicht ausgeschrieben. Die Auswahl der Preisträgerin/des Preisträgers erfolgt ausschließlich über die Jury, in der jedes Mitglied eine Stimme hat. Details werden in den Vergaberichtlinien festgelegt, die zurzeit ausgearbeitet und mit der Jury abgestimmt werden. Mitglieder der Jury sind: Hartwig Hochstein, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung a. D. und Mitglied des Stiftungsrates der Medienstiftung, als Vorsitzender; Dr. Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung; Dr. Thomas Brückner, Autor und Herausgeber; Jan Emendörfer, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung und Mitglied des Stiftungsrates der Medienstiftung; Ullrich Hammerschmidt, Freie Presse/Chemnitz; Prof. Dr. Josef Haslinger, Deutsches Literaturinstitut an der Universität Leipzig; Sven Felix Kellerhoff, Die Welt; Thomas Mayer, Journalist und Autor; Regine Möbius, ver.di-Bundesbeauftragte für Kunst und Kultur; Andreas Montag, Mitteldeutsche Zeitung/Halle; Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung; Linde Rotta, Schriftstellerin; Dr. Katrin Schumacher, MDR Figaro. (weitere Informationen finden Sie hier.)

Oberbürgermeister Burkhard Jung: „Leipzig und Erich Loest, welche eine Beziehung! Wie John Dos Passos und New York, James Joyce und Dublin.“

Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Vorsitzender des Stiftungsrates der Sparkassenstiftung, betont: „Leipzig und Erich Loest, welche eine Beziehung! Wie John Dos Passos und New York, James Joyce und Dublin. Erich Loest hat Leipzig nicht nur einmal zu seinem Thema gemacht. Leipzig war ‚sein‘ Thema. Er hat unsere Stadt in die Literatur des 20. Jahrhunderts eingeschrieben: ‚Völkerschlachtdenkmal‘, ‚Nikolaikirche‘, ‚Reichsgericht‘, ‚Löwenstadt‘. Mit einem weiteren Buchtitel ist alles gesagt: ‚Leipzig ist unerschöpflich‘. Der ‚Erich-Loest-Preis‘ der Medienstiftung unserer Sparkasse spricht von dieser einzigartigen Beziehung eines Autors zu seiner Stadt.“

Linde Rotta: „Sein Schreiben blieb stets Mahnung zur Wachsamkeit, niemals wieder unsere demokratische Freiheit aufs Spiel zu setzen.“

Über die Entscheidung der Stiftungsgremien freut sich seine Lebensgefährtin Linde Rotta: „… ‚und was du siehst, das schreibe in ein Buch‘ (Off. Joh. I, 11) – obwohl kein praktizierender Christ, könnte kein Wort besser den geistigen Auftrag erklären, an den Erich Loest sich literarisch gebunden sah. Zwei durchlittene Diktaturen hatten ihn zum tief überzeugten Demokraten geläutert. Sein Schreiben blieb stets Mahnung zur Wachsamkeit, niemals wieder unsere demokratische Freiheit aufs Spiel zu setzen. Lügen, Taktierereien, Sonntagsreden waren seine Sache zu keiner Zeit, literarische Manierismen verabscheute er zutiefst. Sein Prinzip: Das deutliche Wort. Charakterliche Geradlinigkeit, eine klare moralische Haltung werden sein unverkennbares Markenzeichen bleiben.“

Dr. Harald Langenfeld: „Erich Loests Stimme fehlt uns, gerade jetzt, gerade heute.“

Erich Loest war Gründungsmitglied der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig und gab ihr über viele Jahre als Stiftungsratsmitglied wichtige Impulse. Am Sitz der Leipziger Sparkassen-Stiftungen, der Villa Ida, wird sein literarischer Nachlass gepflegt und bewahrt. Die Bedeutung des Autors für die Stiftung erklärt Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig und der Medienstiftung: „Erich Loests Stimme fehlt uns, gerade jetzt, gerade heute. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie er, der wie kaum ein anderer die jüngere deutsche Geschichte durchlebt und erlitten hat, die Ereignisse, die sich seit geraumer Zeit beinahe jeden Montag auf den Straßen Dresdens, Leipzigs und an anderen Orten abspielen, kommentiert hätte. Erich Loest war unseren Stiftungen langjähriger Begleiter, Förderer, Mäzen und treuer Freund. Es ist unserer Medienstiftung Ehre und Verpflichtung zugleich, zum 90. Geburtstag Erich Loests‘ einen Literatur-Preis seines Namens auszuloben; ein Name, der mit hervorragenden Charaktereigenschaften eines Menschen verbunden ist: Mut, Wahrheitsliebe, Unerschrockenheit, Menschlichkeit.“

Die Stadt Leipzig ehrt ihren verstorbenen Ehrenbürger durch die Benennung der Bibliothek im Stadtteil Gohlis mit dem Namen Erich-Loest-Bibliothek am 24. Februar 2016, 11 Uhr, Georg-Schumann-Straße 105, 04155 Leipzig.

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Gedenktreffen der Fürstenhäuser 2013

Vertreter von 15 deutschen und europäischen Fürstenhäusern, deren Vorfahren in die Völkerschlacht bei Leipzig involviert waren, beteiligten sich am Gedenktreffen, zu dem die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig und der Förderverein Rötha – Gestern. Heute. Morgen. e. V. anlässlich des 200. Jahrestages der Schlacht vom 17. bis 19. Oktober 2013 nach Leipzig und Rötha eingeladen hatten. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Gedenken an die ungezählten militärischen und zivilen Opfer der Völkerschlacht, bei der sich 1813 die Heere Napoleons und der künftigen, als Ergebnis von Befreiungskriegen und Wiener Kongress 1815 gegründeten, Heiligen Allianz aus russischem Zar, preußischem König und österreichischem Kaiser bei Leipzig gegenüber gestanden hatten.

Eine Andacht in der Leipziger Nikolaikirche eröffnete am 18. Oktober 2013 das gemeinsame Gedenken der Fürstenhäuser der einst verfeindeten Seiten. Superintendent Martin Henker mahnte: „Wir wissen um unsere Gefährdung, nicht in der Ausrichtung auf Gottes Wort und unsere Nächsten zu leben. […] Im Extremfall führt das zu solchen grauenvollen Kriegskatastrophen wie der Völkerschlacht.“ Walter Christian Steinbach, Vorsitzender des Fördervereins Rötha, erinnerte in seinen Worten während der Andacht an die Friedliche Revolution 1989, die in der Nikolaikirche einen Ausgangs- und Kulminationspunkt fand.

Ein Ökumenischer Gottesdienst unter Mitwirkung des Thomanerchores Leipzig führte die Fürstenhäuser am Folgetag nach Rötha. Jochen Bohl, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens, sprach in seiner Predigt zunächst die „menschliche Katastrophe“ an, die die Völkerschlacht zuallererst bedeutet habe, und schlug anschließend einen Bogen von der Mythisierung der Schlacht in Deutschland als nationalen Freiheitsakt über die Jahre des 1. und 2. Weltkrieges bis in unsere Zeit. „Eingedenk all dessen, erinnere ich uns alle daran, dass die Erinnerung an das Hinmorden so vieler Menschen, Geschöpfe Gottes sie alle, nach angemessenen Formen der Erinnerung verlangt“, so Bohl. 68 Jahre Frieden in Westeuropa seien zugleich eine Aufforderung: „Je vertrauter uns die Geschichte unseres Landes ist, desto dankbarer wird man dafür sein und sich selbst verpflichtet wissen, mit den eigenen Möglichkeiten dazu beizutragen, dass uns dieser glückhafte Zustand erhalten bleibt.“ Angesichts zahlreicher Kriegseinsätze in der ganzen Welt sei es angebracht sich zu erinnern, „dass der Krieg Menschen verändert und mit ihnen dann auch das Menschenleben. Und nicht zum Guten.“

In Vertretung des wegen der Trauerfeier für Weihbischof Georg Weinhold verhinderten katholischen Bischofs der Diözese Dresden-Meißen, Bischof Dr. Heiner Koch, plädierte der Bornaer Pfarrer Dietrich Oettler dafür, „die Seligpreisungen in unserem Leben wahr werden zu lassen, sie umzusetzen an den Armen, den Trauernden, den Dürstenden“. Unsere Gesellschaft sei religiös wachsamer, als wir manchmal meinen: „Ich spüre ganz oft, dass es eine Wachsamkeit gibt nach dem Sinn des Lebens, nach dem, was nach dem Tod kommt, dass Krieg nicht alles sein kann, dass es Gerechtigkeit und Frieden braucht. Diese Sehnsucht artikuliert sich nicht immer kirchlich, nicht immer in den Worten der Heiligen Schrift, aber sie ist da.“

Der russisch-orthodoxe Erzbischof Longin von Klin überbrachte der Gottesdienstgemeinde Grüße und Segenswünsche des Patriarchen Kyrill I. von Moskau und der ganzen Rus. Die westlichen und östlichen Kirchen seien in den vergangenen 200 Jahren eine Konstante in sich wandelnden politischen Landkarten und stünden seit Jahrzehnten in einem engen Dialog: „Durch unsere Dialogbereitschaft kennen wir uns und kennen uns besser, was sehr wichtig ist. Wir sehen das Bild Gottes in unserem Gesprächspartner, der auch wie wir von Gott geschaffen ist. Beten wir, liebe Brüder und Schwestern, dass wir in Friede und Eintracht unsere gemeinsamen Probleme lösen können, ohne Krieg zu führen.“

Neben Andacht und Ökumenischem Gottesdienst standen für die Repräsentanten der Fürstenhäuser auch die Teilnahme am Festakt der Stadt Leipzig und des Freistaates Sachsen zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht, ein Empfang beim Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung sowie eine Veranstaltung am Standort des ehemaligen Hauptquartiers der Koalitionstruppen, dem 1969 gesprengten Schloss Rötha, auf dem Programm des Gedenktreffens. Georg Erzherzog von Österreich bedankte sich angesichts der Vielfarbigkeit der Veranstaltungen: In Leipzig sei „die Latte sehr hochgelegt, wie man solche Ereignisse begehen kann, und ich habe mich sehr gefreut, dass wir auch jeden Tag einen Gottesdienst gehabt haben, weil das, glaube ich, eines der wichtigsten Elemente ist, womit wir auch einen speziellen Bezug zu dem, worüber wir nachdenken und worauf wir uns besinnen sollten, finden können.“

In Vielfalt vereint

Das Leitmotiv der Europäischen Union „In Vielfalt vereint“ war zugleich auch das Leitmotiv der Abschlussveranstaltung des Gedenktreffens, das mit einem historischen Zapfenstreich endete. Die 180 Mitwirkenden der Bürgerwehr und Stadtmusik Villingen spannten dabei den musikalischen Bogen von „Großer Gott wir loben dich“ bis zu Beethovens „Ode an die Freude“, der heutigen Europa-Hymne. In einem gemeinsamen Kommuniqué, das nach dem Zapfenstreich unterzeichnet wurde, betonten die Repräsentanten der Familien: „Wir haben in Leipzig erlebt, wie die Kämpfe unserer Vorväter Erfüllung finden, indem die Feindschaft erlischt. Wir wünschten, dass Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft, in Wirtschaft und Medien ihr Handeln, den Bürgern und Gästen Leipzigs folgend, darauf ausrichteten, das gemeinsame Haus Europa in seinem Umfeld zu befrieden und in seinen Fundamenten zu stärken.“

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Gruppenfoto vor der Villa Ida

Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, erklärte im Angesicht der Teilnehmer des Gedenktreffens und zahlreicher Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichem Leben: „Hier gedenken nicht Sieger oder Besiegte, hier gedenken alle gemeinsam.“ Europa und seine Institutionen bewegten sich nicht immer in der gewünschten Geschwindigkeit, aber Gespräche und Verhandlungen seien besser als die Grausamkeit einer Schlacht, wie sie vor 200 Jahren in Leipzig stattfand.

Dies unterstützte Georg Erzherzog von Österreich in seinem Grußwort: „Die Europäische Union steht für Sicherheit und Stabilität, sie steht nicht für Banken- und Wirtschaftskrisen.“ (die vollständige Rede finden Sie hier) Den Blick und die Verständigung über Ländergrenzen hinweg forderte auch Georgi Michailowitsch Großfürst von Russland: „Wir müssen alles in unserer Macht stehende dafür unternehmen, dass Allianzen zwischen Staaten und Nationen heute und in der Zukunft ausschließlich der Sache des Friedens dienen.“ (Den Wortlaut der Rede finden Sie hier).

Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig, fasste zum Völkerschlacht-Gedenken und dem Gedenktreffen zusammen: „Ziel muss es sein, nicht nur die Bedeutung der damaligen Ereignisse zu vermitteln, sondern vor allem Orientierung für unser aller Handeln in der Gegenwart zu geben. Nur, wer um die Schrecken von Chaos und Krieg weiß, erkennt den Wert von Frieden und Freiheit. Das ist aus heutiger Sicht die Mahnung der Völkerschlacht für uns Europäer.“

Abschluss-Kommuniqué der europäischen Fürstenhäuser

zum Gedenktreffen der Fürstenhäuser vom 17. bis 19. Oktober 2013

„200 Jahre nach der Völkerschlacht haben wir uns in Leipzig eingefunden, um der unvorstellbar großen Zahl von Opfern der bis dato größten Feldschlacht der Menschheitsgeschichte in Achtung zu gedenken. Wir rufen uns die Toten ebenso wie die Verwundeten, die gefallenen Soldaten aller Nationen und Länder und die unter Krieg und Zerstörung leidende Zivilbevölkerung in mahnende Erinnerung.

Die historischen Wirkungsstätten unserer Vorfahren müssen wir kennenlernen. Europas Fürstenhäuser, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, die Mediatisierung durch den Reichsdeputationshauptschluss und die Völkerschlacht sind Begriffe einer Epoche, die längst vergangen scheint und die doch bis in die heutige Zeit eine starke Wirkung auf die Menschen in Europa entfaltet. Aus diesem historischen Bewusstsein heraus erwächst uns die Verantwortung und Pflicht, familiäre Traditionen, kulturelle Schätze und christliche Werte zu wahren und sie an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Wir sind nach Leipzig gekommen aus geschichtlicher Neugier und wir haben europäische Gegenwart und Zukunft getroffen – in einer Stadt der Freiheit, in der unzählige Nationen in Frieden und Würde und im Wortsinne ‚in Vielfalt vereint‘ das historische Ereignis reflektieren! Wir sind dankbar, dass in 23 Jahren Demokratie in Sachsen nach Jahrzehnten staatlich gelenkter Geschichtsdeutung ein neues Verständnis für unsere gemeinsame Vergangenheit geschaffen wurde.

Wir haben in Leipzig erlebt, wie die Kämpfe unserer Vorväter Erfüllung finden, indem die Feindschaft erlischt. Wir wünschten, dass Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft, in Wirtschaft und Medien ihr Handeln, den Bürgern und Gästen Leipzigs folgend, darauf ausrichteten, das gemeinsame Haus Europa in seinem Umfeld zu befrieden und in seinen Fundamenten zu stärken.“

Leipzig, den 19. Oktober 2013

Georg Erzherzog von Österreich
Franz Friedrich Prinz von Preußen
Georgi Michailowitsch Großfürst von Russland
Heinrich Prinz von Hannover Herzog zu Braunschweig und Lüneburg
Michael-Benedikt Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach
Alexander Prinz von Sachsen
Heinrich XIV. Fürst Reuß
Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe
Dr. Georg Prinz zur Lippe-Weißenfeld
Rudolf Herzog von Croy
Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn
Maximilian Graf zu Solms-Laubach
Nicolaus Herzog von Leuchtenberg de Beauharnais
Nikolaus Fürst Blücher von Wahlstatt
Lukas Graf Blücher von Wahlstatt
Pierre Graf von Bennigsen
Heinrich Freiherr von Friesen

Kommuniqué der Fürstenhäuser

Gruppenfoto der Unterzeichner

Gedenktreffen zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig – Die Fürstenhäuser als Kulturträger in Europa

Pressemitteilung des Russischen Kaiserlichen Hauses zum Gedenktreffen

Sonderbroschüre zum Gedenktreffen der Fürstenhäuser

Danksagung

Press release (English version)

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Kontakt

Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig
Menckestraße 27
D-04155 Leipzig

Tel.: +49 341 – 5629 661
Fax: +49 341 – 5629 663

info(at)kultur-und-umweltstiftung.de

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Für die 3D-Ansicht klicken Sie hier!
Durch Klicken in die Animation kann das 3D-Modell frei gedreht und geschwenkt (Draufsicht) werden. Die Ladezeit des 3D-Modells hängt von der jeweiligen Internetverbindung ab.

Die „Freiherrlich von Friesen’sche Schlossbibliothek Rötha“ – ein bedeutsames sächsisches Kulturdenkmal

Das ehemalige Schloss der Freiherren von Friesen in Rötha war zur Zeit der Völkerschlacht 1813 nicht nur Hauptquartier und Ort der Entscheidungen der alliierten Monarchen, Zar Alexander I. von Russland, Kaiser Franz I. von Österreich und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, es beherbergte neben einer der umfangreichsten Porträt-Gemäldesammlungen auch eine der bedeutendsten, über Jahrhunderte entstandenen Bibliotheken Sachsens. Der Ruf der Schlossbibliothek Rötha war so weitreichend, dass er bis nach Berlin gelangte. Jedenfalls machte Friedrich der Große auf dem Eilmarsch mit seiner Armee von Schlesien nach Rossbach – wo er bekanntlich die Reichsarmee schlug – Ende Oktober 1757 in Rötha Halt, wo er auch übernachtete. Er begehrte unbedingt die Schlossbibliothek zu sehen und ist dann lange in einem Buch lesend im Schloßpark spazieren gegangen. Die Hausherrin, die ihren abwesenden Gemahl vertrat, Christine Jakobine von Friesen geb. Gräfin Werthern, hat diese Begebenheit und ihre Konversation mit dem König von Preußen in einem ausführlichen Bericht der Nachwelt erhalten.

Das nun hier gezeigte, digitale 3D-Modell des Schlosses Rötha in seiner Form von 1669 soll eine Vorstellung von diesem für Rötha einst so bedeutsamen Gebäude geben. Das Modell ist im Werden und wird über die kommenden anderthalb Jahre Verbesserungen (Perspektiven, Außengelände mit Einfügung kleiner Pleiße sowie Anpassung der Turmbekrönung) und Ergänzungen erfahren.

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Skizze des ehemaligen Schlossareals von Heinrich Freiherr von Friesen. Nach den Erinnerungen Heinrich Freiherr von Friesens gestalten wir im kommenden Jahr das Umfeld des Schlosses im Modell nach.

Technischer Hinweis: In der Originalversion der 3D-Animation ist der automatische Abspielmodus auf verzögerungsfreie Wiedergabe optimiert. Um jedoch die Ladezeiten, die je nach technischen Voraussetzungen (Internetverbindung, Konfiguration des PCs) unterschiedlich hoch ausfallen können, für einen möglichst großen Anwenderkreis so weit wie möglich zu minimieren, wurde der automatische Ablauf der Onlineversion entsprechend angepasst.

„Mit der visuellen Wahrnehmung kann dem Betrachter erstmalig gezeigt werden, was von einer geschichtlich vollkommen verblendeten und barbarischen Ideologie zerstört wurde“, stellt Heinrich Freiherr von Friesen fest, letzter auf Schloss Rötha geborener Nachfahre der Familie. Ihm sei Rötha „mein Paradies“ gewesen, so Freiherr von Friesen: Der Baukörper des Schlosses, als „Hymnus auf den Westfälischen Frieden“, 1669 in dieser Form errichtet, strahle „ein vollkommenes Ebenmaß aus, fast schmucklos, ohne jegliche Ausladung, hoch repräsentativ, aber ohne jeglichen Prunk.“

Von 1592 bis 1945 residierte die Familie von Friesen, ab 1653 als Reichs-Freiherren, im Schloss zu Rötha. Der Bauherr des in der Animation dargestellten 1669 geschaffenen Schlosses Karl von Friesen wirkte als Präsident des Obersten Konsistorialgerichts in Leipzig und vertrat nach dem Westfälischen Frieden von 1648 sächsische Interessen beim Reichstag in Regensburg. Heinrich Friedrich Graf von Friesen (1681-1739) war königlich-polnischer und kursächsischer Geheimer Kabinettsminister, Generalleutnant und Gouverneur zu Dresden, Johann Georg Friedrich Freiherr von Friesen (1757-1824) war Oberkammerherr, Geheimer Rat und Oberaufseher der Kunstsammlungen und der Bibliothek in Dresden, Friedrich Freiherr von Friesen (1796-1871) wurde Mitglied und Präsident der 1. Kammer des Sächsischen Landtags.

Mit der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone wurde die Familie enteignet und floh in den Westen. Heinrich Freiherr von Friesen bemüht sich seit 1990 um die Restitution des auf mehrere sächsische Bibliotheken verteilten Buchschatzes. Die seit 1990 restituierten Bücher sowie seine Eigentumsrechte an allen eindeutig der Schlossbibliothek zuzuordnenden Bücher und Handschriften überließ er, nach Zustimmung des Stiftungsrates und Abschluss der Vertragsverhandlungen im April 2014, mit Unterzeichnung des „Vertrages über die Errichtung des ,Freiherrlich von Friesen´sche Schlossbibliothek Rötha´- Fonds“ am 28. Mai 2014 der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, nachdem er bereits 2008 wesentliche Teile der eingangs erwähnten Gemäldesammlung dem Freistaat Sachsen in einer unselbstständigen Stiftung überlassen hatte (mehr dazu).

Heinrich Freiherr von Friesen wünscht sich langfristig eine Rücküberführung der Bibliothek nach Rötha: „Mir ist bewusst, dass hierzu eine Lösung gefunden werden muss, die unter denkmalpflegerischen, konservatorischen und archivarischen Gesichtspunkten den historischen Buchbestand auf Dauer sichert – und dass eine solche Lösung Zeit benötigt. Deshalb stimme ich der nun geschlossenen Kooperationsvereinbarung ausdrücklich zu.“

Die Stiftung verpflichtete sich, die Bibliothek nach Rötha zu überführen, sobald dort eine für die Aufnahme der Bestände geeignete, dem historischen Kontext zwischen ehemaligem Schloss, seiner Bibliothek und der Familie der Freiherren von Friesen angemessene Unterbringungsmöglichkeit besteht.

Zur Zusammenführung der Bibliotheksbestände hat die Stiftung eine Kooperationsvereinbarung mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) sowie dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen geschlossen. Diese sieht vor, dass die wohl noch existierenden 4.000 Bände der einst über 10.000 Werke umfassenden Bibliothek, soweit noch nicht geschehen identifiziert, und in der SLUB zusammengeführt werden.

Dazu gehören 1.361 an Freiherr Heinrich von Friesen restituierte Bände, 87 Bände mit unsicherer Provenienz sowie 1.038 weitere fragliche Bände, die sich bereits im Bestand der SLUB befinden. Hinzu kommen circa 800 Bände, die derzeit, ebenso wie ein Gesamtkatalog der Schlossbibliothek, im Landesamt für Denkmalpflege aufbewahrt werden. Weitere Bestände werden in anderen Bibliotheken, unter anderem der Universitätsbibliothek Leipzig, vermutet.

In der SLUB sollen die Katalogbände von 1905/06 digitalisiert werden, die Bestände zugeordnet, verifiziert und inventarisiert sowie die Bücher im Lesesaal der SLUB interessierten Bibliotheksnutzern zugänglich gemacht werden. Die Kultur- und Umweltstiftung unterstützt die wissenschaftliche Aufarbeitung finanziell und fördert die Präsentation der Bestände. Zum einen soll eine Publikation über die ‚Freiherrlich von Friesen’sche Schloßbibliothek Rötha‘ entstehen. Zum anderen soll durch das 3D-Modell des Schlosses Rötha – und eine spätere Verknüpfung zu den SLUB-Datenbanken – Aufmerksamkeit auf die jahrhundertealten Bibliotheksbestände gelenkt werden.

„Damit wird der bisher verstreute, noch vorhandene historische Buchbestand wieder in großem Umfang an einem Ort zusammengefasst, die Prioritätensetzung der verschiedenen Sammler der Freiherren von Friesen über die Jahrhunderte hinweg nachvollziehbar und die Korrespondenzen zwischen einzelnen Bänden erlebbar. Die Stiftung und die Öffentlichkeit können Heinrich Freiherrn von Friesen für den verantwortungsvollen, altruistischen Umgang mit seinem restituierten Vermögen zur Bewahrung des kulturellen Erbes in der Region nicht genug danken“, erläutert Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land.

Wappen der Reichsfreiherren von Friesen

Wappen der Reichsfreiherren von Friesen
Original aus der Urkunde zur Erhebung in den Reichsfreiherrenstand durch Kaiser Ferdinand III. im Jahre 1653

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