Kommandant-Prendel-Orden nimmt neue Ordensmitglieder auf und würdigt Verdienste um das Gedenken an die Völkerschlacht.
Leipzig, der 22. Oktober 2026. Der vor über zehn Jahren von der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig ins Leben gerufene Kommandant-Prendel-Orden würdigte am heutigen Abend durch die Vergabe des Kommandant-Prendel-Kreuzes und der Kommandant-Prendel-Medaille jahrelanges Engagement für die Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig. Die Verleihungszeremonie fand auf dem Schlosshof Döben bei Grimma statt.
Mit dem diesjährigen Kommandant-Prendel-Kreuz wurde der Belgier Jean-Gérald Larcin geehrt, der seit 2016 regelmäßig bei Reenactments als Napoléon Bonaparte auftritt. Neben dem Kommandant-Prendel-Kreuz verlieh der Orden außerdem die mit je 500 Euro dotierte Kommandant-Prendel-Medaille an den Grimmaer Jürgen Rolle und den Markkleeberger Helmut Börner.
"Die Idee zur Gründung des Kommandant-Prendel-Ordens wurde bereits ab 2013 entwickelt - wie wir heute wissen, das letzte Friedensjahr in Europa", erklärte Dr. Reinhard Münch, Kanzler des Kommandant-Prendel-Ordens. "Die unserem Namensgeber zugeschriebenen und zugleich unserer Ordensgründung zugrundeliegenden Werte wie Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit und Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg sind heute wichtiger denn je. Die 2026 von uns ausgezeichneten Persönlichkeiten leben diese Werte auf ihre jeweils ganz eigene Weise und verbinden sie mit historischem Sachverstand und gesellschaftlichem Engagement", so Münch weiter.
Die Gründung des Kommandant-Prendel-Ordens erfolgte 2015 durch die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, um mit dieser Auszeichnung Mitglieder der Traditionsvereine des Völkerschlachtgedenkens für ihr Engagement zu ehren. Auf Anregung Ingo Landleiters wurde die Verbindung zur Erinnerung an Victor Anton Franz von Prendel, Leipzigs Stadtkommandant nach der Völkerschlacht, mit dem Orden verknüpft. Im Oktober 2018 hatte der sächsische St. Heinrichs Orden durch seinen Ordensherrn Alexander Prinz von Sachsen die Schirmherrschaft über den Kommandant-Prendel-Orden übernommen.
Zu den Geehrten
Kommandant-Prendel-Kreuz 2026
Jean-Gérald Larcin, belgischer Staatsbürger und gelernter Juwelier, begann vor 25 Jahren in der Reenactment-Szene als einfacher Grenadier im 8. Linienregiment. Aufgrund seiner verblüffenden physischen Ähnlichkeit und seiner Körpergröße, die sich nur um einen halben Zentimeter von der des historischen Kaisers Napoléon Bonaparte unterscheidet, wird er regelmäßig für große geschichtliche Gedenkveranstaltungen gebucht. Er gilt als einer von nur drei offiziellen Napoléon-Doubles weltweit und reist seit 2016 für seine Auftritte unter dem Spitznamen "der Doppelgänger" durch ganz Europa.
Kommandant-Prendel-Medaillen 2025
Helmut Börner (Jahrgang 1949) war 1978 Mitbegründer des heutigen Verbandes "Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig 1813", anfangs noch im Kulturbund der DDR organisiert. Über die Jahre kamen Stationen in vielen weiteren Vereinen hinzu. Aktuell ist Helmut Börner im "Förderverein Historisches Torhaus zu Markkleeberg 1813" im Vorstand aktiv und zeichnet hier verantwortlich für die Ausstellung im Torhaus. Bereits am 18. Oktober 1980 organisierte Helmut Börner den ersten Auftritt uniformierter Darsteller am Völkerschlachtdenkmal. Er initiierte und organisierte auch die Aufstellung der ersten Kommandant-Prendel-Gedenktafel auf dem Markt 10 in Leipzig. Börner wirkte außerdem als wissenschaftlicher Berater und Organisator bei Yadegar Asisis Panometer-Bild "Leipzig 1813" mit.
Jürgen Rolle (Jahrgang 1951) widmet sich insbesondere dem Thema "Pferde", die ebenfalls in großer Zahl bei der Völkerschlacht im Einsatz waren und dabei ebenso gelitten haben wie die Soldaten und Zivilisten jener Zeit. Jürgen Rolle war 1999 Mitbegründer und ist seit 2001 Vereinsvorsitzender des "Husarenvereins Grimma". Seine historische Rolle ist dabei die eines Obersten und Regimentskommandeurs des "Königlich-Sächsischen 2. Husarenregiments Nr. 19". Doch auch neben den Darstellungen in historischer Uniform - und hier unterstützt er bei etlichen historischen Veranstaltungen – treibt Jürgen Rolle vor allem das Thema der berittenen Truppenteile um: Er forscht seit vielen Jahren intensiv zur Geschichte "seines" Husarenregiments und hat hierzu ein Buch "Husaren und Grimma" publiziert.