PM vom 08.07.2014: Gemeinsames Haus Europa stärken

Repräsentanten europäischer Fürstenhäuser enthüllen an der Leipziger Villa Ida eine Bronzetafel mit ihrem Kommuniqué zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht

Leipzig, der 8. Juli 2014. Eine Gedenktafel an der Villa Ida am Mediencampus der Stiftungen der Sparkasse Leipzig mahnt seit heute Europas Entscheidungsträger in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Medien, das gemeinsame Haus Europa in seinem Umfeld zu befrieden und in seinen Fundamenten zu stärken. Die bronzene Tafel trägt den Text des Kommuniqués, das 15 Repräsentanten europäischer Fürstenhäuser anlässlich des 200. Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig während eines Gedenktreffens am 19. Oktober 2013 in Leipzig verabschiedet hatten. Dabei waren sie der Einladung der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig gefolgt. Die Gedenktafel wurde heute von Georgi Michailowitsch Großfürst von Russland sowie Franz Friedrich Prinz von Preußen und den anwesenden Fürstenhäusern der Öffentlichkeit übergeben. Das Kommuniqué würdigt das wahrhaftige Gedenken anlässlich des 200. Jahrestages der Völkerschlacht in Leipzig.

"Erinnerung sollte mehr sein als bloßes Andenken. Sie sollte auch Bedeutung gewinnen für unser heutiges Denken und Handeln", fasste Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig, die Intention des Gedenktreffens wie des Kommuniqués zusammen: "Vor einem dreiviertel Jahr noch schien die Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen in Europa in weiter Ferne. Heute führen uns die in Osteuropa aufgeflammten bewaffneten Konflikte schmerzhaft vor Augen, dass ein friedliches Miteinander in Europa weiterhin keine Selbstverständlichkeit ist", so Langenfeld weiter. Regionale Auseinandersetzungen können nach wie vor eine gefährliche Eigendynamik gewinnen und auch das heutige Europa an den Rand eines Krieges führen. Die aktuelle Entwicklung beispielsweise in der Ukraine stellt Entscheidungsträger wie Bürger vor die Herausforderung, das Friedensprojekt Europa weiter voranzutreiben.

An der Enthüllung der Gedenktafel während einer Feierstunde am "Mediencampus Villa Ida" nahmen viele der Unterzeichner aus den europäischen Fürstenhäusern teil, darunter unter anderem Georgi Michailowitsch Großfürst von Russland; Franz Friedrich Prinz von Preußen; Heinrich Prinz von Hannover; stellvertretend für das sächsische Königshaus, ihren Neffen Alexander, Maria Josefa Prinzessin von Sachsen, sowie Michael-Benedikt Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach. Darüber hinaus waren zahlreiche Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Kirche sowie Mitglieder des consularischen Corps zur Enthüllung anwesend.

Rückblick:
Im Oktober des vergangenen Jahres gedachten Repräsentanten europäischer Fürstenhäuser, darunter Georg und Eilika Erzherzog und Erzherzogin von Österreich, Georgi Michailowitsch Großfürst von Russland sowie Heinrich und Thyra Prinz und Prinzessin von Hannover gemeinsam mit Tausenden von Gästen aus aller Welt des 200. Jahrestags der Völkerschlacht bei Leipzig. In Gottesdiensten und Reden wurde eindringlich für den Frieden und die Einheit Europas in Vielfalt geworben.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.Fürstenhäuser-Kulturträger.eu.

Das Kommuniqué im Wortlaut:

1813 - 2013

200 Jahre nach der Völkerschlacht haben wir uns in Leipzig eingefunden, um der unvorstellbar großen Zahl von Opfern der bis dato größten Feldschlacht der Menschheitsgeschichte in Achtung zu gedenken. Wir rufen uns die Toten ebenso wie die Verwundeten, die gefallenen Soldaten aller Nationen und Länder und die unter Krieg und Zerstörung leidende Zivilbevölkerung in mahnende Erinnerung.

Die historischen Wirkungsstätten unserer Vorfahren müssen wir kennenlernen. Europas Fürstenhäuser, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, die Mediatisierung durch den Reichsdeputationshauptschluss und die Völkerschlacht sind Begriffe einer Epoche, die längst vergangen scheint und die doch bis in die heutige Zeit eine starke Wirkung auf die Menschen in Europa entfaltet. Aus diesem historischen Bewusstsein heraus erwächst uns die Verantwortung und Pflicht, familiäre Traditionen, kulturelle Schätze und christliche Werte zu wahren und sie an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Wir sind nach Leipzig gekommen aus geschichtlicher Neugier und wir haben europäische Gegenwart und Zukunft getroffen - in einer Stadt der Freiheit, in der unzählige Nationen in Frieden und Würde und im Wortsinne 'in Vielfalt vereint' das historische Ereignis reflektieren! Wir sind dankbar, dass in 23 Jahren Demokratie in Sachsen nach Jahrzehnten staatlich gelenkter Geschichtsdeutung ein neues Verständnis für unsere gemeinsame Vergangenheit geschaffen wurde.

Wir haben in Leipzig erlebt, wie die Kämpfe unserer Vorväter Erfüllung finden, indem die Feindschaft erlischt. Wir wünschten, dass Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft, in Wirtschaft und Medien ihr Handeln, den Bürgern und Gästen Leipzigs folgend, darauf ausrichteten, das gemeinsame Haus Europa in seinem Umfeld zu befrieden und in seinen Fundamenten zu stärken.

Leipzig, Mediencampus Villa Ida am 19. Oktober 2013 / 8. Juli 2014

Georg Erzherzog von Österreich
Franz Friedrich Prinz von Preußen
Georgi Michailowitsch Großfürst von Russland
Heinrich Prinz von Hannover Herzog zu Braunschweig und Lüneburg
Michael-Benedikt Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach
Alexander Prinz von Sachsen
Heinrich XIV. Fürst Reuß
Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe
Dr. Georg Prinz zur Lippe-Weißenfeld
Rudolf Herzog von Croy
Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn
Maximilian Graf zu Solms-Laubach
Nicolaus Herzog von Leuchtenberg de Beauharnais
Nikolaus Fürst Blücher von Wahlstatt
Lukas Graf Blücher von Wahlstatt
Pierre Graf von Bennigsen
Heinrich Freiherr von Friesen

An die Einweihung der Gedenktafel schloss sich das traditionelle Sommerfest der Medienstiftung