Das verschwundene Röthaer Schloss

Sparkassenstiftung fördert Ausstellung zur Sprengung des Schlosses - Eröffnung am 14. August.

Leipzig, der 10. August 2021. Am 14. August 2021, 10:00 Uhr eröffnet der "Förderverein Rötha. Gestern. Heute. Morgen e. V." an der früheren Schlosszufahrt - dem heutigen Johann-Sebastian-Bach-Platz in 04571 Rötha - eine Ausstellung zum ehemaligen Schloss Rötha, das 1969 gesprengt wurde. Die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig hat die Erstellung dieser Ausstellung mit einer zweckfreien Förderung von knapp 1.000 Euro unterstützt.

"In regelmäßigen Abständen fördern wir Projekte rund um das ehemalige Schloss Rötha, das in der Geschichte unserer Region eine wesentliche Rolle spielte: Es war während der Völkerschlacht 1813 das Hauptquartier der gegen Napoleon verbündeten Mächte", so Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorstand der Kultur- und Umweltstiftung. "Der Förderverein Rötha hält mit regelmäßigen Aktionen die Erinnerung an die Rolle Röthas während der Völkerschlacht lebendig. Wie bei vielen Anlässen zuvor war es für uns selbstverständlich, auch die neue Ausstellung zu fördern", so Seeger weiter. Die Stiftung förderte seit 2011 verschiedene Vereinsprojekte mit insgesamt knapp 141.400 Euro, darunter die Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht 2013, die von Kultur- und Umweltstiftung und Förderverein gemeinsam veranstaltet wurden. Für Projekte in und um Rötha stellte die Stiftung seit 2006 ca. 256.200 Euro zur Verfügung.

Im Fokus der aktuellen Ausstellung steht das frühere Schloss der Familie von Friesen, das 1969 widerrechtlich von den DDR-Behörden gesprengt wurde. Dafür werden Informationstafeln am Johann-Sebastian-Bach-Platz - auf der Zufahrt zum ehemaligen Schlossareal - installiert, die im Volksmund auch als "Schlossallee" firmiert. Diese Tafeln informieren über die Schlossgeschichte, die Rolle der Familie von Friesen für Sachsen und für Rötha, aber auch über die Bibliothek der Familie, die mit etwa 12.000 Bänden seinerzeit eine der bedeutendsten, über Jahrhunderte entstandenen privaten Bibliotheken in Sachsen war.

Nach Enteignung und Flucht der Familie von Friesen nach 1945 wurden die Buchbestände der Bibliothek in alle Winde zerstreut. Heinrich Freiherr von Friesen, der letzte noch auf dem alten Schloss geborene derer von Friesen, übereignete die seit 1990 restituierten Bücher sowie seine Eigentumsrechte an allen eindeutig der Schlossbibliothek zuzuordnenden Bücher und Handschriften 2014 der Kultur- und Umweltstiftung. Sofern die geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten vor Ort geschaffen werden, sollen die Gegenstände wieder ihren angestammten Platz in Rötha finden. Mehr dazu sowie eine Visualisierung des zerstörten Schlosses ist auf der Stiftungs-Homepage zu finden.


Förderprojekte:
952,94 € - Förderverein Rötha - Gestern. Heute. Morgen. e. V.