Förderprojekte 2002

Workshop an alter Druckmaschine

Die Werkstatt für künstlerischen Steindruck in Großpösna bemüht sich, die gewachsenen graphischen Traditionen des Leipziger Raumes zu wahren. Hier ist jeder willkommen, der die Möglichkeiten der alten lithografischen Techniken kennen lernen möchte. Des weiteren werden noch Steindrucker im Handwerk ausgebildet.

Der Verein Freunde der Kunst Großpösna e. V. unterstützt Künstler, die diese Techniken noch nutzen. Die Möglichkeiten der Werkstatt wurden bereits in den vergangenen Jahren bei internationalen Werkstatt-Wochen von jungen Künstlern aus europäischen Kunstakademien wahrgenommen.

Die Förderung der Stiftung bekam der Verein in diesem Jahr für einen 14-tägigen Werkstattworkshop des Freiberger Künstlers Holger Koch. Dessen graphische Blätter sowie eine Fotodokumentation der Arbeiten sollen an gleichem Ort, in der Galerie Müller, der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Nutzungskonzept Kulturhaus Böhlen

Das Kulturhaus in Böhlen war eines der ersten, die in der DDR gebaut worden sind - und es ist eines der letzten, die noch in Funktion sind. Der Freistaat Sachsen führt es als Kulturdenkmal. Doch "das Haus wird in seiner ursprünglichen historischen Nutzungsform, also rein mit Kultur, perspektivisch so nicht mehr nutzbar sein. Wir werden eine Mischfunktion finden müssen", weiß Landrätin Petra Köpping.

Der Landkreis Leipziger Land will daher ein Nutzungskonzept für das Haus erstellen, damit aus der vorhandenen Bausubstanz ein kulturelles Zentrum entstehen kann. Der kulturelle Inhalt und die Akteure sind zu definieren, die finanziellen Auswirkungen und die denkmalpflegerische Zielstellung zu berücksichtigen. Ein erster Zwischenbericht liegt vor. Jetzt soll auch die Bevölkerung mit in die Diskussion einbezogen werden.

Neue Kluft für Geithainer Kapelle

Eine Einladung zur berühmten Steuben-Parade in New York schlägt wohl niemand so schnell aus. Auch der Musikverein Geithain hat das nicht getan - obwohl sich die Musiker doch arge Sorgen machten, ihres Outfits wegen. "Momentan besteht die Orchesterbekleidung noch aus Rundstrick-Westen aus DDR-Beständen", berichtet der 1. Vorsitzende Steffen Tille. "Da graut es mir jedes Mal, wenn ich uns selber sehe. Schließlich hören die Leute die Musik nicht nur - sie sehen sie auch."

Aber Tille ist spontan und die Sparkassen-Stiftung unbürokratisch genug, um noch bis zum Stichtag, dem 21. September 2002, für Abhilfe sorgen zu können. "Wir haben bereits einen Prototyp für die neue Bekleidung, geschneidert von einer Altenburger Firma", erzählt Tille. Hose, Jacke, Kopfbedeckung, alles in schwarz-gelb, den Geithainer Stadtfarben. "Ich denke, der Anlass hat uns die Türen zur Förderung geöffnet", glaubt der Tuba spielende Vereinschef. Somit werden die Geithainer Blaskapelle und eine weitere kleine Formation des Vereins, insgesamt 47 der 150 Mitglieder, auf der New Yorker Marschroute sicher eine gute Figur machen - und deutsches Liedgut zum Besten geben.

Neuer Glockenturm in Borna

Die Freude war groß, als die Katholische Gemeinde St. Joseph im September 2001 ihren neuen Glockenturm einweihen konnte. Die 750-Jahr-Feier der Stadt Borna erfuhr einen zusätzlichen Höhepunkt. In nur fünf Monaten war der kunstfertige Glockenträger fertiggestellt worden. Weniger Zeit als vermutet war nötig gewesen - aber dafür mehr Geld.

Der finanzielle Rahmen wurde beträchtlich überschritten. Hauptgrund: Experten hatten dazu geraten, die Metallverbinder nicht aus verzinktem, sondern aus rostfreiem Stahl fertigen zu lassen. Dadurch ist die Pflege des Turms einfacher. Doch die Finanzierungslücke wurde noch größer: Eine Abdeckung für den Glockenturm musste installiert werden und der Turm sollte auch gestalterisch in das Grundstück eingebunden werden. Dafür stellte die Kultur- und Umweltstiftung gern Mittel bereit.

Schwind-Saal Rüdigsdorf

Es ist ein "Gesellschaftssaal mit Freskogemälden aus der Fabel von Amor und Psyche", wie 1840 in Schorns "Kunstblatt" zu lesen war. Er ist heute gemeinhin als "Schwind-Saal" bekannt. Denn 1837 wurde der Maler Moritz von Schwind vom Bauherrn Dr. Heinrich Wilhelm Leberecht Crusius mit dem Hauptteil der malerischen Ausgestaltung beauftragt. Schwind machte sich 1838 an die Arbeit, beteiligte dabei seinen Wiener Studienfreund und Malerkollegen Leopold Schulz. 1839 wurde der Saal feierlich eingeweiht.

Doch Fresken wollen gepflegt sein. Erste Sanierungen erfolgten nach dem II. Weltkrieg. 1964, der Schwind-Saal war in die Rechtsträgerschaft der Stadt Kohren-Sahlis übergegangen, begannen umfangreiche Arbeiten. Die Fresken wurden gereinigt und retuschiert.

Im Jahr 2000 wurde eine Restauration der Fresken ins Auge gefasst, die nun stattfinden wird. Die Kultur- und Umweltstiftung leistet einen Beitrag zu dieser Sanierungsmaßnahme.

Exkursionen in den Tagebau

Wenn das keine spannenden Titel sind: "Tiere der Nacht. Aktion Fledermaus und Laubfrösche im Konzert." Oder: "Landschaft nach der Kohle. Unterwegs mit Rucksack, Fernglas und Fotoapparat." Da winkt das Naturerlebnis, oder besser: Es winkt die Naturförderungsgesellschaft Ökologische Station Birkenhain e. V. mit Naturerlebnissen.

Der Verein bietet in Zusammenarbeit mit den Schulen des Landkreises Führungen und Projekttage mit Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Altersstufen in den Tagebau Borna-Ost/Bockwitz an. Hinzu kommen öffentliche Führungen, an denen erfahrungsgemäß auch viele Kinder und Jugendliche im Familienkreis teilnehmen. Die Leitung übernehmen stets die orts- und sachkundigen Mitarbeiter der Ökologischen Station - gut vorbereitet und mit Untersuchungsmaterialien "bewaffnet".

Lebensstätten für gebäudebesiedelnde Arten

Das Haus gegenüber wurde verschönert. War auch mal nötig. Aber dem Haussperling hat's nicht gefallen, er ist weg - weist doch das sanierte Gebäude kaum noch Nischen und Spalten auf. Ein fiktives Beispiel für eine reale Entwicklung.

In den vergangenen Jahren wurden hierzulande Sanierungs- und Umbauarbeiten an unzähligen Gebäuden vorgenommen. Oder die Gebäude wurden gleich zurückgebaut, wie es mitunter etwas euphemistisch heißt. Maßnahmen, die meist erwünscht, aber mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden waren: Für gebäudebesiedelnde Tierarten bedeuteten sie eine Einschränkung oder die Zerstörung ihrer Lebensbedingungen. Es handelt sich um geschützte Arten wie Fledermaus, Mauersegler, Hausrotschwanz, Haussperling, Schwalbe, Turmfalke.

Gegensteuern kann man mit Ersatzlebensstätten, künstlichen Nistmöglichkeiten. Das Landratsamt Leipziger Land schafft solche Brutplätze, beispielhaft für künftige Interessenten mit ähnlich gelagerten Vorhaben. Verbunden ist das Projekt mit einem Beitrag zur Umwelterziehung, denn als Objekt für die Ersatzlebensstätten wurde die Paul-Guenther-Schule in Geithain ausgewählt.

Bassklarinette für Musikschule

Es ist ein "Instrument im gehobenen Qualitätsbereich". Die Klappenmechanik: versilbert. Der Hersteller preist sein Produkt als "nahezu unverwüstlich" an. "Hervorragende Ton- und Stimmungsqualitäten" verstehen sich von selbst. Kurzum: Eine Bassklarinette, deren Anschaffung der Verein zur Förderung der Musikschule "Ottmar Gerster" e. V. für die Schule als "wünschenswert" bezeichnete, "sowohl für das Blasorchester als auch für kammermusikalische Aktivitäten im Bläserbereich".

Eine Anschaffung, die die Kultur- und Umweltstiftung gern unterstützt hat. Schließlich gehört die Musik- und Kunstschule "Ottmar Gerster" zweifelsohne zu den wichtigen kulturellen Institutionen im Landkreis Leipziger Land und wird seit langem auch von der Sparkasse gefördert.

Restauration von Stopfpräparaten

Die Paul-Guenther-Schule in Geithain nennt viele Vögel ihr Eigen, darunter einen Albatros, einen Uhu, einen Mäusebussard, einen Pinguin, zwei Goldfasane. Aber sie alle sind nicht lebendig, sondern seltene Stopfpräparate. Diese stammen aus der Zeit der Schulweihe 1925. Nach 77 Jahren haben Hausstaub und unsachgemäßer Umgang dazu beigetragen, dass ihr Zustand nicht mehr der beste ist - Reinigung, Reparatur und eine geschützte Unterbringung gelten als dringend notwendig. Im Biologiekabinett kann man sich davon überzeugen. Jetzt können die Präparate durch die Förderung der Kultur- und Umweltstiftung in einem für Schüleraugen ansprechenden natürlichen Zustand versetzt werden, um im Unterricht wieder eingesetzt werden zu können.

Wasser für die "Kulkwitzer Lachen"

Wasser ist lebensnotwendig. Für uns alle. Und auch für das Naturschutzgebiet "Kulkwitzer Lachen" östlich von Kulkwitz, das seit zehn Jahren vom Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Sachsen, betreut wird.

Nur mangelt es dort leider derzeit am so wichtigen Nass. Der Leiter der regionalen NABU-Gruppe, Hans-Henning Becker, nennt als Gründe: das Niederschlagsdefizit der letzten Jahre, jahreszeitliche Schwankungen, Wegfall von Sickerwassern aus einer stillgelegten Aschespülkippe, erhöhte Verdunstungsverluste. Die Folgen: Feuchtbiotope trocknen aus, Schilfgürtel weiten sich aus. Dadurch wiederum finden die im Gebiet vorherrschenden Amphibien keine geeigneten Laichplätze mehr, und ihr Bestand ist rückläufig. Der NABU will deshalb die Sanierung verschilfter Randbereiche vornehmen, Aufwüchse beseitigen, Erdmassen abtransportieren. Ziel der Maßnahme ist die Schaffung von Flachwasserbereichen. www.nabu-sachsen.de

Internet-Auftritt Campus Espenhain

Die Effektivität erhöhen, den Bekanntheitsgrad vergrößern, die Suchergebnisse optimieren - diese Ziele haben der Förderverein Espenhain e. V. und seine Tochtergesellschaft Campus Espenhain gGmbH für den Internetauftritt des Campus Espenhain ausgegeben. Auch die Wege dahin hatten sie bei ihrer Antragstellung bereits parat: Projektdatenbanken, Veranstaltungskalender, Diskussionsforen, Bündelung mit anderen Aktivitäten und Akteuren im Südraum.

Zur Verwirklichung wurde zweierlei benötigt: Experten und ein multimediafähiges Computersystem. Webdesigner sollten in Anspruch genommen und ein PC angeschafft werden. Das Computersystem soll in Zukunft auch zu Demonstrationszwecken genutzt werden. www.campus-espenhain.de


Förderprojekte:
5 000,00 € - Verein zur Förderung der Musikschule "Ottmar Gerstner" e. V. Borna
1 170,25 € - Paul-Günther-Schule Geithain
10 000,00 € - Kulturbüro Espenhain / Christliches Umweltseminar Rötha e. V.
5 000,00 € - Freunde der Kunst Großpösna e. V.
5 000,00 € - Naturförderungsgesellschaft Ökologische Station Borna-Birkenhain e. V.
10 000,00 € - Landratsamt Leipziger Land
5 000,00 € - Katholische Pfarrei St. Joseph Borna
10 000,00 € - Förderverein - Kirche im Dorf – Güldengossa e. V.
2 500,00 € - Stadtverwaltung Kohren-Sahlis
19 000,00 € - Musikverein Geithain e. V.
25 000,00 € - Stadtverwaltung Zwenkau