Patrouillenritt zur 200-Jahrfeier der Völkerschlacht

Stadt- und Heimatverein Rötha e. V.

Jahr der Förderung: 2013, Fördersumme: 5 000,00 €

Im Jahre 1998, genau 185 Jahre nach der Völkerschlacht bei Leipzig, hatten junge Reiter die Idee, das schwere Leben der Melde- und Patrouillenreiter dieser Zeit nachzuerleben und Interessierten nahe zu bringen. Seither reiten sie einmal im Jahr in originalgetreuen Uniformen der damaligen Zeit in Gruppen von drei bis fünf Reitern. Vor dem Start wird jeder Gruppe eine Wegkarte ausgehändigt, deren Kontrollpunkte dann schnellstmöglich abgeritten werden müssen. Erschwert wird der Ritt durch typische Husarenspiele wie das „Säbelhauen“ oder Sprintstrecken. Der Patrouillenritt klingt traditionell mit einem zünftigen „Kavallerieball“ aus. In den Jahren nach 1998 entwickelten sich die Patrouillenritte immer mehr zu einem festen Programmpunkt der jährlichen Gedenkveranstaltungen zur Leipziger Völkerschlacht. So fand der 6. Patrouillenritt 2003 in einem besonderen Rahmen statt. Da die 190-Jahr-Feier der Völkerschlacht anstand, veranstalteten der „Interessenverein ‚Völkerschlacht bei Leipzig 1813′ e. V.“, das Soziokulturelle Zentrum „KuHstall e. V.“ und der „Verband Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig 1813 e. V.“ in Großpösna den Ritt gemeinsam. Erstmals ging der 30 bis 40 Kilometer lange Kurs über eine Rundstrecke. Doch sollte der Ritt in diesem Jahr auch auf den schlechten Zustand des Völkerschlachtdenkmals hinweisen, der dem Gedenken an die rund 100.000 Toten der Schlacht nicht gerecht wurde. Auch aus diesem Grunde förderte die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig den 6. Patrouillenritt mit 7.500 Euro. Darüber hinaus wurden die beiden folgenden Patrouillenritte mit jeweils 1.000 Euro von der Stiftung bedacht. Nun, 200 Jahre nach der großen Schlacht, werden wieder Reiter in historischen Uniformen „ausschwärmen“ – dieses Mal reiten die Teilnehmer am 12. Oktober rund um Rötha. Vom ehemaligen Schlossareal müssen sie den vorgegebenen Weg zunächst finden und in einer bestimmten Zeit abreiten. Nach dem Zieleinlauf in Rötha wird die Geschicklichkeit der Reiter mittels Bogenschießen und Lanzenstechen auf die Probe gestellt. Der abendliche Reiterball in der Liebertwolkwitzer Museumsscheune rundet die Veranstaltung, die von der Kultur- und Umweltstiftung mit 5.000 Euro unterstützt wird, zünftig ab. Der Patrouillenritt 2013, vom „Heimatverein Rötha e. V.“, dem „Interessenverein ‚Völkerschlacht bei Leipzig 1813′ e. V.“ und der Museumsscheune Liebertwolkwitz gemeinsam veranstaltet, ist sogleich der Auftakt der „Jubiläumswoche 200 Jahre Völkerschlacht in Liebertwolkwitz“. Vom 16. Oktober bis 20. Oktober 2013 werden auf dem historischen Marktplatz von Liebertwolkwitz und den angrenzenden Gehöften Ortsgeschichte und -geschichten aus der Zeit um 1813 dargestellt. Über 350 kostümierte Liebertwolkwitzer stellen ihre Vorfahren – authentische, früher im Ort lebende Personen – dar. Ob Pfarrer Christoph August Bauer und Schulmeister Christoph Wilhelm Schulze, Handwerksmeister verschiedenster Zünfte, Gastwirte und Pferdner, Hintersässer und einfache Bauern, Bürgermeister Johann George Hofmann, Nachtwächter Traugott Schumann oder Gerichtsverwalter Johann Friedrich Gottlieb Günther, sie alle werden das Dorf zum Leben erwecken. Hinzu kommen die Soldaten unterschiedlicher Nationen, die auf Strohsäcken in Scheunen und auf Dachböden, wie 1813, einquartiert sind. Auf den Höfen, in alten Schuppen und dunklen Kellern herrscht ein reges Treiben. Es werden deftige Speisen bereitet, Bier frisch gezapft und köstliche Weine ausgeschenkt. Bauern und Handwerker gehen ihrer Arbeit nach, ein Leiterwagen rumpelt über die Dorfstraße, überall hört man den klirrenden Hammerschlag des Hufschmiedes… – Geschichte zum Anfassen!

Förderempfänger
Stadt- und Heimatverein Rötha e. V.

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Straße der Jugend 5
04571 Rötha